Dominik Benner bringt mit Schuhe24 den lokalen Schuhhandel online. Über 100.000 Modelle stehen auf der Plattform des Hofheimer Unternehmens zur Auswahl, die Abwicklung erfolgt zusammen mit lokalen Schuhhändlern. Somit bringt der Hofheimer auch den Schuhhandel seiner Familie in ein neues Zeitalter.

RMS: Bitte stelle Dich uns kurz vor. Wer bist Du und was machst Du?

Hallo, mein Name ist Dominik Benner und ich bin der Gründer von Schuhe24.de. Schuhe24.de digitalisiert den traditionellen Fachhandel und verbindet ihn mit dem Internet. Mittlerweile verkaufen mehr als 100 Schuhfachgeschäfte mit über 450 Filialen in ganz Deutschland ihre Schuhe online über uns. Für die Händler übernehmen wir die Bestell- und Zahlungsabwicklung, den Kundenkontakt, sowie Datenpflege und das Fotomanagement.

Der Schuhhändler erhält so ein zweites Standbein, ohne selbst Investitionen tätigen zu müssen und kann sich auf sein Kerngeschäft – den Einkauf und die Beratung konzentrieren. In der Regel erzielen unsere Händler 10 bis 25% Mehrumsatz, manche sogar mehr.

RMS: Wie kam es zur Gründung von Eurem Startup?

Meine Familie betreibt seit Ende des 19. Jahrhunderts Schuhgeschäfte in der Region, aber ich selbst hatte gar nichts mit Schuhen am Hut. Erst durch den plötzlichen Tod meines Vaters im Jahr 2012 bin ich in das Geschäft eingestiegen, nachdem ich vorher Geschäftsführer bei einem Energiekonzern war.

Schnell haben wir gemerkt, dass die Menschen immer mehr im Internet einkaufen, die kleinen Geschäfte aber davon nichts abbekommen. In 2014 haben wir ganz klein mit dem Online-Handel angefangen. Zuerst haben befreundete Händler angefragt, ob sie nicht bei uns mitmachen könnten. So entstand die Idee, für andere Händler online Schuhe zu verkaufen und das Konzept Schuhe24 wurde geboren. Wir haben eine Schnittstelle direkt in die Warenwirtschaftssysteme der Schuhhändler gebaut, so dass deren Bestände vollautomatisch hochgeladen und die Verkäufe verbucht werden können. Plötzlich ging es Schlag auf Schlag und wir sind so einer der größten Online-Händler auf Amazon geworden.

RMS: Wie habt Ihr die Finanzierung des Startups gestemmt?

Die Finanzierung konnten wir bisher mit eigenen Mitteln bewältigen.

RMS: Was waren die größten Stolpersteine, die Ihr bisher bei der Gründung und dem Aufbau des Startups überwinden musstet?

Gute Frage, eigentlich passiert jeden Tag etwas Unerwartetes – aber das ist ja das Spannende am Unternehmertum. Meist sind es irgendwelche technischen Dinge, die am Vortag noch reibungslos klappten und plötzlich nicht funktionieren. Da muss man dann die eine oder andere Nachtschicht schieben, damit die Kunden bedient werden können.

Abgesehen davon ist das Thema Daten und Content etwas, was uns seit Beginn begleitet hat. Man kann zwar ein tolles Produkt haben, wenn man aber nicht die ausführlichen Produktdaten, Bilder und Beschreibungen hat, kann man es im Internet schlecht verkaufen. Bei über 100.000 Artikeln, die wir führen und einem sich ständig erneuernden Sortiment ist das eine Menge Arbeit, um stets aktuell zu sein.

Ein anderes Thema ist motivierte Mitarbeiter zu gewinnen, die nicht um 17 Uhr nach Hause gehen, sondern das Unternehmen mit Herz und Energie nach vorne bringen wollen.

RMS: Mit wie vielen Leuten arbeitet Ihr mittlerweile an Eurem Startup?

Mittlerweile sind wir ein Team von 15 Leuten, die hier in Hofheim bei Schuhe24.de arbeiten. Das Büro platzt jedoch aus allen Nähten, weswegen wir in den nächsten Wochen eine schöne, große Fläche in Wiesbaden beziehen werden.

RMS: Was macht Ihr, um den Bekanntheitsgrad von Eurem Startup weiter auszubauen?

Nachdem die ersten Händler angebunden waren und erfolgreich Schuhe über uns verkauft haben, hat es sich in der Branche recht schnell herumgesprochen, sodass wir im B2B-Marketing nie wirklich etwas unternehmen mussten. Schnell hatten wir einen sehr guten Bekanntheitsgrad erreicht, weshalb wir von Händlern selbst angesprochen werden, ob sie mitmachen können.

Bei den Endkunden möchten wir noch viel bekannter werden, weshalb wir unsere Aktivtäten in den sozialen Medien wie Facebook, Instagram etc. gerade ausbauen.

RMS: Wo möchtet Ihr in den nächsten 3-5 Jahren mit Eurem Startup stehen?

Wir haben noch viel Luft nach oben und möchten auch in Zukunft weiter schnell wachsen, indem wir auf weiteren Marktplätzen listen und auch unsere Verkäufe in andere Länder, wie z.B. Frankreich und Großbritannien, weiter ausbauen. Insgesamt wollen wir das umfangreichste Schuhangebot im Markt haben. Gleichzeitig möchten wir unseren Kundenservice weiter verbessern. Hier gibt es noch viele Bereiche, wo wir besser werden können.

RMS: Wie siehst Du den Gründungsstandort Rhein-Main? Ist die Region eine gute Gegend für Startups?

Die zentrale Lage und die perfekte Verkehrsanbindung sind ideal. Aber ich will nicht verneinen, dass es schwer ist an gute Leute zu kommen. Da hat Berlin mit seinem großen Ökosystem rund um den eCommerce einen klaren Vorteil.  Es ist schwer jemanden mit Erfahrung von dort hierher zu locken. Vielleicht werden wir einmal eine Dependance an der Spree eröffnen, um diesen Engpass zu lösen.

RMS: Gibt es irgendeinen Tipp, den Du anderen Gründern mit auf den Weg geben möchtest?

Einfach loslegen und alles daransetzen, dass es wächst. Alle, die zuerst Businesspläne entwickeln und erst nach ein, zwei Jahren anfangen zu testen, haben nicht verstanden, worum es geht.

_________________________________________________________________

WERDE TEIL DER STARTUP-COMMUNITY IN FRANKFURT/RHEIN-MAIN!

Unsere News und Tipps bekommst Du auch bei FacebookTwitter oder über unseren RSS-Feed. Tausche Dich aus über unsere Facebook-Gruppe oder unseren Slack (kurze Mail an rheinmainstartups@gmail.com für einen Invite). Du kannst auch einen Gastbeitrag schreiben oder Informationen über Dein Startup einreichen.

 

UNSERE MÖGLICHMACHER

//SEIBERT/MEDIA Logo

(Informationen zum Sponsoring)