Aus der Liebe zum Reisen haben die beiden Gründer Chrizz und Marcel mit Tripmii eine Startup-Gründung hervorgebracht. Wir haben die Beiden zum Gründer-Interview gebeten.

RMS: Bitte stellt Euch kurz vor. Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Wir sind Chrizz Gelbach & Marcel Staudt von Tripmii.

Tripmii ist ein kostenloses Portal für Traveller, die auf ihrer Reise ein digitales Reisetagebuch führen möchten. Im Grunde ein Travel Blog, nur mit viel mehr nützlichen Funktionen, wie z.B. dem Abbilden der Reiseroute per GEO-Tracking, Bereitstellen der besten Bilder, Integration von Foursquare und Yelp, um bequem Tipps für andere Traveller zu hinterlassen u.v.m. Sowohl im Browser als auch mit einer kostenlosen App. Freunde und Angehörige können die Reise mitverfolgen und werden informiert, sobald es neue Bilder oder Stationen im TripBlog gibt. Dabei ist uns die Usability sehr wichtig: Tripmii ist trotz der Komplexität so leicht zu bedienen, dass wirklich jede Generation damit zurecht kommt.

Nebenbei entsteht auf der eigenen Profilseite eine ganz persönliche Weltkarte mit allen Orten, die man bereist hat!

Aber das Beste ist, dass man sich nach dem Ende der Reise mit einem Klick ein fertig gestaltetes „Coffee Table Book“ bestellen kann. Und das günstiger, als bei allen führenden Fotobuchherstellern.

RMS: Wie kam es zur Gründung von Tripmii?

Wir selbst reisen viel und tauschen untereinander schon immer Tipps aus. 2012 suchten wir nach einer Möglichkeit, unsere Reisen zu dokumentieren und so die gemachten Erfahrungen zu „archivieren“. Mit den damals verfügbaren Angeboten waren wir nicht zufrieden. Welche Insel in Thailand war cool, und wie sah es dort aus? Dazu ein Tipp für eine tolle Unterkunft. All diese Dinge wollten wir für uns selbst und auch für andere festhalten.

Die Idee, die schließlich zu Tripmii führte, reifte dann stilgerecht in einer Bar im Frankfurter Bahnhofsviertel. Seit diesem Tag findet unser wöchentlicher Jour Fixe immer noch genau dort statt … kein Witz!

Ein ausgeklügeltes Businessmodel war übrigens nicht unser Antrieb und stand auch nie im Vordergrund.

RMS: Wie habt Ihr die Finanzierung gestemmt?

Wir haben uns direkt an die Umsetzung unserer ersten Gedanken gemacht. Einfach, weil wir Lust darauf hatten! Unser Vorteil ist, dass wir als Designer und Programmierer genau die Disziplinen zu Verfügung haben, die wir benötigten, um Tripmii Schritt für Schritt zu entwickeln, zu testen und zu verbessern.

Eine Idee zur Monetarisierung kam im Laufe der Zeit fast von allein. Dabei ist es ein großer Vorteil, nicht vom Kapital eines Investors abhängig zu sein. Bis heute sind wir „bootstrapped“, worauf wir stolz sind. Wir haben gelernt, klug mit unseren recht knappen Ressourcen umzugehen und dennoch eine gut gestaltete, nutzerfreundliche Plattform mit intelligenten Prozessen zu schaffen.

Nicht falsch verstehen: Wir lehnen Investoren nicht kategorisch ab. Durch Gespräche mit anderen Gründern entstand aber der Eindruck, dass Investoren in Deutschland – ganz anders als z.B. im Valley – weniger an die Vision als vielmehr an den Businessplan glauben. … das ist nicht unser Ding!

RMS: Was waren die größten Stolpersteine, die Ihr bisher bei der Gründung und dem Aufbau des Startups überwinden musstet?

Die größte technische Herausforderung war die kürzlich bei Tripmii eingeführte Funktion, aus einem TripBlog ein Buch zu generieren. Da das Ganze vollautomatisiert erfolgen sollte, wurde die Aufgabe schnell sehr komplex. Eine Vielzahl von Eventualitäten musste berücksichtigt werden, damit das auch fehlerfrei funktioniert. Vom HTML-Code zu einem druckfähigen PDF in CMYK mit Beschnitt ist ein weiter Weg. Das war Neuland für uns. Mit dem Ergebnis sind wir jetzt sehr zufrieden und die Bücher sehen einfach toll aus!

RMS: Mit wie vielen Leuten arbeitet Ihr mittlerweile an Tripmii?

Das Kernteam umfasst zwei Leute. Verrückt? Ja vielleicht, aber es hat viele Vorteile. Die Kosten sind niedrig, Kommunikationswege kurz und uns kann eigentlich nie das Geld ausgehen. Man könnte also sagen Tripmii ist handmade!

Natürlich sind wir auch stolz auf das Ergebnis – manchmal sogar fast überwältigt von der Größe und den vielen Details, die wir nur zu zweit realisiert haben.

RMS: Was macht Ihr, um Euren Bekanntheitsgrad auszubauen?

Quizze ausloben und Fotobücher verschenken 😉 Nein, im Ernst: Die Vermarktung unseres Startups ist wahrscheinlich noch unsere größte Herausforderung. Wir sind Macher, aber laut sind wir dabei nicht. Ich habe mal eine Metapher zum Thema PR gelesen: Sie handelt von einer wunderschönen Frau, die in der absoluten Dunkelheit steht – so, dass man sie kaum sehen kann. Das ist Tripmii. Den Lichtschalter finden wir auch noch!

RMS: Wo möchtet Ihr in den nächsten 3-5 Jahren stehen?

Wir werfen ungern mit Prognosen und Zahlen um uns, aber Tripmii hat noch sehr viel Potential, das wir längst nicht ausgeschöpft haben.

Auf unserer Wunschliste stehen etliche Ideen, die zum Teil noch ein wenig reifen müssen. Wahrscheinlich werden wir aber 2017 durch den Launch der Buchproduktion den Break-Even erreichen. Unser Ziel ist solides Wachstum.

RMS: Wie seht Ihr den Gründungsstandort Rhein-Main? Ist die Region eine gute Gegend für Startups?

Die Region ist super! Wir denken sogar, dass sie besser ist als Berlin oder München. Allerdings muss die Region – vor allem Frankfurt – aufpassen, dass sich nicht alles nur um Fintecs dreht. Klar, hier steckt viel Geld drin, aber es gibt in Frankfurt noch viel mehr spannende Startups.

RMS: Gibt es irgendeinen Tipp, den Du anderen Gründern mit auf den Weg geben möchtest?

Gründet ein Unternehmen mit einer Idee, die euch am Herzen liegt. Der Spaß an der Arbeit geht vor. Das Schielen auf den Profit sollte nicht den Weg beeinflussen. Nur so schafft man es, über einen längeren Zeitraum positiv motiviert zu bleiben.

Hört auf eure User – aber setzt nicht jeden Wunsch 1:1 um. Erkennt in Kritiken Entwicklungspotenziale und versucht diese in eurem Sinn zu nutzen. Dabei solltet ihr immer den Kern eurer Idee im Auge behalten.

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