FrankfurtRheinMain verfügt über eine aktive Community von Social Startups, zu denen sich auch die Digitale Helden GmbH zählt. Wir haben den Co-Gründer Gregory Grund für Euch interviewt.

RMS: Bitte stelle Dich uns kurz vor. Wer bist Du und was machst Du?

Ich bin Gregory Grund und sehr gerne Medienpädagoge. Gemeinsam mit meinen Kollegen Florian Borns und Jörg Schüler sind wir die Gesellschafter der gemeinnützigen Digitale Helden GmbH. Wir haben alle unterschiedliche und sich gut ergänzende Fachhintergründe.

Florian kennst sich sehr gut aus mit digitaler Kommunikation, Jörg ist Medieninformatiker und technisch sehr bewandert und ich bin Erziehungswissenschaftler mit Medienschwerpunkt.

Gregory Grund - Fotograf Henrik Winterberg.jpeg

Im Mentorenprogramm der Digitale Helden kümmere ich mich um die Konzeption und Durchführung unserer Präsenzveranstaltungen sowie des Onlinekurses, mit dem wir an über 85 Schulen vertreten sind.

Unser Leitsatz ist: Wir helfen Schulen und Familien digitale Kommunikation bewusst und kompetent zu nutzen. Mit Schulen arbeiten wir in unserem Mentorenprogramm zusammen. Dabei helfen wir Schulen, selbst Digitale Helden auszubilden. Diese Schüler kommen aus den Stufen acht und neun und bilden sich in einem Schulfach zu digitalen Themen fort.

Und dieses Expertenwissen multiplizieren sie dann in den Stufen fünf und sechs, in dem sie Klassenbesuche zu Themen wie dem WhatsApp-Klassenchat durchführen und auch ansprechbar sind bei Problemen rund um Online-Stress, Cybermobbing und Sexting.

RMS: Wie kam es zur Gründung von Digitale Helden?

Wir finden, dass der digitale Wandel in Familien und Schulen noch viel stärker begleitet und gestaltet werden muss. Zum Beispiel hatten wir gemeinsam mit vielen engagierten Netzwerkpartnern das ungute Gefühl, dass es für viele Kinder und Jugendlichen keine kompetenten und vertrauenswürdigen Ansprechpartnern bei Stress mit dem Internet gibt.

An wen wendet sich der 11-jährige, der online gemobbt wird? Zum wem geht die 13-jährige, wenn ihr Sextingbild ohne Einverständnis an der ganzen Schule kursiert.
Genau hier setzen wir an und haben daher die gemeinnützige Digitale Helden GmbH für unser Mentorenprogramm an Schulen gegründet.

RMS: Wie habt Ihr die Finanzierung gestemmt?

Im Kern Bootstrapping. Wir und viele andere Partner haben viel Zeit und Energie investiert, um eine funktionierende Struktur zu kreieren. Es gab zwar auch einige Anschubfinanzierungen z.B. seitens des Kultusministeriums Hessen bzw. Stiftungen, zu Beginn war es aber vor allem Eigeninvest, da wir uns kaum Lohn auszahlen konnten.

Mittlerweile haben wir mehrere Partner wie Stiftungen in der Finanzierung und erheben von den Schulen auch einen Eigenbeitrag bei der Kostendeckung. Geholfen hat uns auch die Auszeichnung bei der Google Impact Challenge 2016, wo wir als eines der zehn Leuchtturmprojekte der deutschen Sozialunternehmer prämiert wurden.

RMS: Was waren die größten Stolpersteine, die Ihr bisher bei der Gründung und dem Aufbau des Startups überwinden musstet?

Neben den wackeligen Finanzierung ganz grundsätzlich das Finden und Halten eines Fokus, das Schärfen unserer Wirkungskette, einige juristische und steuerrechtliche Fragen, die sich wandelnde Rolle der Gesellschafter in einem wachsenden Team, Organisationsentwicklung, da gab und gibt es viele Herausforderungen.

RMS: Mit wie vielen Leuten arbeitet Ihr mittlerweile an Digitale Helden?

Wir drei Gesellschafter arbeiten voll, dann freuen wir uns über ein gewachsenes Team, in dem sich vier Festangestellte circa 2,5 Vollzeitstellen aufteilen. Dazu haben wir noch ein großes Netz an freiberuflichen Partnern sowie ein Fachbeirat mit Vertretern aus verschiedenen Bereichen.

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RMS: Was macht Ihr, um Euren Bekanntheitsgrad weiter auszubauen?

Neben einer regen Öffentlichkeitsarbeit überzeugen wir durch gute Angebote und Inhalte. Wir bieten zum Beispiel kostenfreie Webinare auf https://www.digitale-helden.de/webinare/ und haben auch einen Onlinekurs zu WhatsApp unter einer freien CC-Lizenz unter https://www.digitale-helden.de/whatsapp/ veröffentlicht.

Dazu experimentieren wir mit Onlineanzeigen und auch Infobriefen an Schulen. Zudem sind wir sehr aktiv mit eigenen Veranstaltungen, Fachtagen und auf Netzwerktreffen.

RMS: Wo möchtet Ihr in den nächsten 3-5 Jahren mit Eurem Startup stehen?

Noch mehr Wirkung entfalten, in dem wir noch viel mehr Schulen Hilfe zur Selbsthilfe geben. Zudem möchten wir auch Eltern noch mehr Angebote machen können.

Neben der Wirkung ist uns auch die Entwicklung und Kultivierung unseres Teams sehr wichtig. Alle im Team sollen einen erfüllenden Job machen können, der jeden persönlich weiterentwickelt und fair bezahlt.

RMS: Wie siehst Du den Gründungsstandort Rhein-Main? Ist die Region eine gute Gegend für Startups?

Klares Jein! Es gibt tolle Orte, die Gründer zusammenbringen und fördern, wir haben z.B. vom Mainraum und dem Social Impact Lab profitiert. Dennoch bin ich nicht gänzlich begeistert. Ich wünschte mir noch etwas mehr Starthilfe, insbesondere in einer noch umfangreichen und intensiveren Beratung für die überlebenswichtigen, aber dennoch von Gründern gerne vernachlässigten Punkte wie Finanzierung, Ämterpflichten etc.

RMS: Gibt es irgendeinen Tipp, den Du anderen Gründern mit auf den Weg geben möchtest?

  • Finde Partner, die Dinge können, die Du nicht kannst – Eine Gründung erfordert viel Kompetenz auf sehr unterschiedlichen Fachbereichen.
  • Schärfe Deine Idee, welches Problem löst Du? Wer ist bereit dafür zu bezahlen? Beweise das Konzept und dann baue es aus.
  • Teil Dir Deine Energie ein, es ein Marathonlauf und kein Sprint.

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