2014 entwickelte sich bereits die Idee einer thermoelektrischen Kühlbox, der Nelumbox, für den Transport von kühlkettenpflichtigen Medikamenten und medizinischen Proben. Auch die neuartige Technologie hierzu wurde mittlerweile patentiert. Nachdem sich das Team gefunden hatte, stand nun in diesem Frühjahr der Sprung zu Schaffung eines „richtigen“ Unternehmen an.

Wir haben Ina Brecheis von Nelumbox zum Interview über das Darmstädter Startup gebeten.

RMS: Bitte stelle Dich uns kurz vor. Wer bist Du und was machst Du?

Nelumbox LogoIch bin Ina Brecheis, bin noch 29 und Co-Gründerin von Nelumbox. Wir sind ein engagiertes vierköpfiges Gründerteam bestehend aus dem kreativen Kopf Martin Voigt, Nico Höler unserem Mann für die Zahlen und Julian Poths, der für die Elektrotechnik verantwortlich ist. Wir arbeiten an einer thermoelektrischen Kühlbox für die Aufbewahrung von temperatursensiblen Medikamenten zu Hause und unterwegs.

RMS: Wie kam es zur Gründung von Nelumbox?

Martin war lange Jahre als Onboard-Kurier tätig und hat in dieser Zeit Medikamente und Doping-Proben rund um die Welt geflogen. Es gab aber keine zufriedenstellende Kühllösung, um die Proben und Medikamente sicher über eine längere Zeit unterwegs zu kühlen, die man auch im Handgepäck hätte mit sich führen können. Da hat er sich gedacht, „da entwickle ich was Eigenes“. In der Garage seiner Eltern hat er dann den ersten Prototypen zusammengeschraubt und dann schnell festgestellt, dass von alleine nicht einfach so die ersten Kunden anklopfen. Nach und nach hat sich dann das Team gebildet und auch der Zielmarkt hat sich verändert. Wir sehen die Anwendung unserer Nelumbox vor allem im Bereich klinische Studien. Studienmedikamente sollen beim Patienten direkt zu Hause gekühlt werden können, damit dieser sich den Weg in die Klinik sparen kann. Natürlich ist die Nelumbox auch geeignet, privat Medikamente zu kühlen, gerade wenn es wertvolle Medikamente sind wie Biologika gegen Rheuma. Da kostet eine Spritze die Krankenkasse gut und gerne an die 1.500 Euro.

RMS: Wie habt Ihr die Finanzierung gestemmt?

Wir haben es geschafft, viele Förderprogramme einzuwerben. So waren wir zum Beispiel in Stage 1 und 2 von ClimateKIC, sind Teil des ESA BIC Accelerators, sind derzeit Exist gefördert und haben zudem einige Preise gewonnen. Jetzt ganz aktuell haben wir den zweiten Platz bei start2grow gemacht. Auch privates Geld steckt natürlich schon drin und jetzt geht es darum, die erste Runde mit Investoren klar zu machen. Es ist also für uns eine sehr spannende Phase.

RMS: Was waren die größten Stolpersteine, die Ihr bisher bei der Gründung und dem Aufbau des Startups überwinden musstet?

Am Anfang hatten wir quasi ein Produkt und haben dafür das Problem gesucht, das wir lösen können. Eine Hürde war es, sich von der Kühllösung für Kuriere zu verabschieden, mit der Martin gestartet war, weil wir gemerkt haben, dieser Markt ist für den Einstieg schlicht zu klein. Diese Neuausrichtung ist uns nicht ganz leicht gefallen, hat uns aber gelehrt, dass wir die Kundeninterviews, die wir führen, um das Produkt ideal auf deren Bedürfnisse abzustimmen, sehr ernst nehmen.

RMS: Mit wie vielen Leuten arbeitet Ihr mittlerweile an Nelumbox?

Das Kernteam besteht aus uns vier Gründern. Wir werden aber zeitweise von Werkstudenten oder aktuell einem Diplomanten unterstützt. Immer in dem Bereich, wo es gerade drückt, um unser Produkt schneller vorantreiben zu können.

RMS: Was macht Ihr, um Euren Bekanntheitsgrad weiter auszubauen?

Wir sind auf den Social Media Kanälen, die für uns wichtig sind, sehr präsent und streben immer danach, guten Content zu erstellen, der dann potenzielle Kunden oder mögliche Kooperationspartner auf uns aufmerksam macht. Das hat seine Anlaufzeit gebaucht, aber mittlerweile kommen auf diese Weise konkrete Anfragen nach unserem Produkt bei uns an. Wir planen in nicht allzu weiter Zukunft außerdem auch eine LinkedIn-Werbekampagne. Für den B2B-Bereich, in dem wir uns bewegen, ist das ein super Kanal.

RMS: Wo möchtet Ihr in den nächsten 3-5 Jahren mit Eurem Startup stehen?

Wir möchten mit einem namhaften Pilotkunden in den Markt der klinischen Studien hineinstarten und uns langfristig als Marktführer etablieren. Daran werden wir die kommenden Jahre arbeiten.

RMS: Wie siehst Du den Gründungsstandort Rhein-Main? Ist die Region eine gute Gegend für Startups?

Hier passiert gerade sehr viel: In Mannheim wurde vor zwei Jahren das C-HUB gegründet, in Darmstadt entsteht bald ein Start-Up Hub, das TechQuartier wurde dieses Jahr in Frankfurt eröffnet. Ja, das ist ein guter Ort, um ein Start-Up zu gründen. Es ist noch nicht so „gehypt“ wie Berlin oder München und noch ist die Szene überschaubar. Aber gerade das macht hier auch ihren Charme aus.

RMS: Gibt es irgendeinen Tipp, den Du anderen Gründern mit auf den Weg geben möchtest?

Denkt nicht über Nicht-Probleme nach. Wir haben uns den Kopf über unsere Kühlkammer zerbrochen als die Nelumbox noch gar nicht bei Raumtemperatur gekühlt hat. Solche Dinge haben uns unnötig zur falschen Zeit aufgehalten. Aber man lernt aus seinen Fehlern.

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