Das Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck hat kürzlich die neuen Startups bekannt gegeben, die an den Accelerator-Programmen des Unternehmens in Darmstadt und Nairobi (Kenia) teilnehmen werden. An den zwei Standorten werden Startups aus unterschiedlichen Gebieten unterstützt, die zu den Geschäftsschwerpunkten von Merck passen: Darmstadt nimmt bei sich Startups aus den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials auf, während Nairobi ausschließlich auf Innovationen auf dem Gebiet der digitalen Gesundheitsversorgung setzt.

Insgesamt ist die Anzahl der Bewerbungen um 82 % gestiegen. Projektvorschläge wurden aus 72 Ländern weltweit eingereicht. Im neuesten Startup-Barometer von Ernst & Young stach die Kategorie „Health” bereits als eine der wachsenden Startup-Branchen heraus. Innerhalb des Gesundheitssektors haben Venture-Capital-Investitionen für Life-Science-Projekte ebenfalls stark zugenommen.

Die folgenden Startups werden am Darmstädter Accelerator-Programm teilnehmen:

ATR Elements

Dieses junge Unternehmen aus München macht die Infrarotspektroskopie als Verfahren beispielsweise für die Blutanalyse bedeutend günstiger und effizienter. Das Team um Alexander Geißler, Lorenz Sykora und Anja Müller hat einen Probenträger auf Siliziumbasis als Schlüsselkomponente für die IR-Spektroskopie entwickelt – und zwar zu Stückpreisen von wenigen Euro. Die Analyse von Blut und Bioflüssigkeiten wird durch den Einsatz der Kristalle von ATR Elements nicht nur kostengünstiger, sondern auch hygienischer und präziser. Im Vergleich mit herkömmlichen Probenträgern sorgen die hochempfindlichen ATR-Kristalle für eine verbesserte Diagnostik und ermöglichen die Analyse selbst mit kleinen Probenmengen.

Ectica Technologies

Das Team um Dr. Benjamin Simona und Dr. Vincent Milleret aus Zürich entwickelt Laborprodukte auf Hydrogel-Basis. Dazu zählt etwa die 3DProSeed-Platte, mit deren Hilfe die präklinische Wirkstoffsuche bei Pharmaunternehmen, Auftrags­forschungsinstituten (CROs) und akademischen Laboren auf eine neue Ebene gehoben wird. Derzeit basiert die Arzneimittelforschung in erster Linie auf Versuchen mit 2D-Zellkulturen, die sich allerdings von menschlichem Gewebe unterscheiden und daher zu verzerrten Ergebnissen führen können. Mit den hydrogelbasierten Verbrauchsmaterialien von Ectica Technologies können Forscher 3D-Zellkulturen für zellbasierte Assays gestalten, die eine große Ähnlichkeit mit den normalen Bedingungen von Zellkulturen im menschlichen Körper aufweisen.

INURU GmbH

Das Berliner Startup Inuru ist im Bereich Performance Materials tätig. Die Gründer Marcin Ratajczak und Patrick Barkowski entwickelten eine Tinte für handelsübliche Drucker, mit deren Hilfe sich organische Leuchtdioden (OLED) im Druckverfahren herstellen lassen. Die innovative OLED-Technologie ermöglicht die Herstellung hauchdünner, biegsamer, beleuchteter Displays, die beispielsweise für Werbedrucke eingesetzt werden können. Durch den Einsatz der Tinte von Inuru gehört die kostenintensive und komplizierte Herstellung von OLEDs nun der Vergangenheit an. Im Werbedruck werden OLED-Materialien zukünftig immer häufiger verwendet werden, um die Effizienz zu steigern.

TOMMI

TOMMI ist ein Produkt, das 2016 im Rahmen des Merck for Health Hackathon in Rom entwickelt wurde. Es handelt sich dabei um ein interaktives Lernspiel für krebserkrankte Kinder und deren Betreuer. Das Spiel soll Kindern während ihres Krankenhausaufenthalts dabei helfen, konstruktiv mit Einsamkeit, Stress und Wut umzugehen, und den Austausch zwischen den Patienten und Betreuern jenseits der direkten Krankenhausthematik fördern. Das Spiel setzt hierfür auf modernste Technologien wie Virtual Reality, damit die Kinder in eine andere Welt eintauchen können. Manche Herausforderungen lassen sich zudem nur bewältigen, wenn Betreuer mitspielen. TOMMI kann darüber hinaus auch für die patientenfreundliche Durchführung von Untersuchungen und die Therapieüberwachung eingesetzt werden.

 

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