Die Gründung eines Unternehmens ist eine ganz besondere Phase im Leben eines Menschen. Eine Phase voller Aufregung und Euphorie. Kreative Ideen schießen durch den Kopf. Vorfreude macht sich breit – auf den Gewinn, der zu erwarten ist. Doch bevor es losgeht, stehen noch wichtige Hausaufgaben an. Vor allem tut der Unternehmensgründer gut daran, seine Finanzen auf den Prüfstand zu stellen. Denn oft genug scheitert eine gute Idee an einer wackeligen Finanzierung.

Finanzplanung hilft

Eine Geschäftsidee zu kreieren, ist eine Sache. Daraufhin eine Existenz zu gründen, eine andere. Denn zu diesem Zeitpunkt wird die Idee Realität und muss finanziert werden. Da ist zum einen die Büroausstattung oder der Wareneinkauf, zum anderen sind diverse Marketingmaßnahmen notwendig, um einen ersten Kundenstamm aufzubauen. Diesen Kosten steht gerade zu Beginn der Existenzgründung in der Regel noch kein Gewinn gegenüber. Es braucht also zusätzliche finanzielle Mittel, die sich nur selten aus eigener Kraft stemmen lassen. Aber bevor sich der Gründer auf den Weg macht, um die finanziellen Mittel zu besorgen, ist die Frage zu klären, wie viel Geld überhaupt von Nöten ist, sprich: Wie groß ist die finanzielle Lücke denn tatsächlich? Die Antwort darauf gibt ein solider Finanzcheck.

Auf der Agenda stehen dabei die folgenden Fragen:

  • Wie viel Einnahmen sind derzeit vorhanden?
  • Was bleibt momentan übrig?
  • Wie hoch ist das Vermögen?
  • Wie hoch sind die Verbindlichkeiten?
  • Welches Sachvermögen ist vorhanden (Auto, Haus, Eigentumswohnung)?

Am Ende ist klar, über wie viele finanziellen Mittel der Gründer verfügt. Dem gegenüber stehen die notwendigen Investitionen. Doch das ist noch nicht alles.

Lebenshaltungskosten inklusive

Da am Anfang der Unternehmensgründung noch keine Gewinne erwirtschaftet werden, ist es wichtig, nicht nur die geschäftlich bedingten Kosten, sondern auch die Lebenshaltungskosten in der Finanzplanung zu berücksichtigen. Denn die Kosten für Miete, Lebensmittel, Kleidung oder Auto lassen sich zu Beginn noch nicht durch Einnahmen aus der Unternehmung decken. Auch Versicherungen und Altersvorsorge sollten, wenn irgend möglich, während der Gründungsphase weiter laufen. Ein Finanzplan ist in der Lage, diese elementaren Ausgaben genau zu berechnen. So weiß der Gründer ganz konkret, wie groß der tatsächliche Finanzierungsbedarf ist und kann die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten, wie Darlehen, Kredit oder Existenzförderung prüfen und gezielt in Anspruch nehmen.

Ziele setzen

Doch der Finanzcheck kann noch mehr. Ein guter Finanzplan zeigt nicht nur einen eventuellen Finanzierungsbedarf auf, sondern ist vielmehr in der Lage, auch realistische Ziele zu setzen, insbesondere: Wann und in welcher Höhe sind Einnahmen avisiert, die einen nachhaltigen Erfolg der Geschäftstätigkeit sicherstellen? Dieser Schritt ist umso wichtiger als viele Gründungen trotz guter Geschäftsidee an einer unrealistischen Finanzplanung scheitern. Der Clou am Check: Im Finanzcheck offenbaren sich oft zunächst verborgene Möglichkeiten, Fixkosten zu senken. Möglicherweise braucht es das eigene Auto gar nicht? Oder die Untervermietung eines Teils des Büros scheint plötzlich eine sinnvolle Option. So lassen sich noch einmal ungeahnte finanzielle Mittel generieren.

Dies ist ein Gastartikel der Deutschen Bank.