„Endlich!“ ist eine häufige Reaktion darauf, was Jana Ehret sowie Yvonne Schrodt im Frankfurter Ostend geschaffen haben. Kein Wunder, denn in vielerlei Hinsicht sorgt ihr Vorhaben dafür, dass die Stadt am Main einen weiteren Schritt in Richtung wettbewerbsfähige Zukunft macht.

Nach einer langen Reise durch das Labyrinth der deutschen Bürokratie eröffneten Jana, Trendforscherin und Redakteurin, und Yvonne, Industriekauffrau und HR Managerin, am 19. Januar 2017 Co-Work & Play, Frankfurts erste Co-Working-Location mit Kinderbetreuung – und somit einen Ort der Begegnung für die Vertreter einer modernen Arbeitswelt.

Weder große Unternehmen, die ihre Marke ein wenig aufpolieren möchten, noch Investoren, die sich eine hohe Rendite versprechen, mischen mit. Die Finanzierung basiert auf Gründerkrediten und Ersparnissen. Und die größte Hürde auf dem Weg zum Erfolg? Wartezeiten. Warten auf die richtige Immobilie. Denn, wer will seine gewerblichen Räume schon in unberechenbare Kinderhände legen? Warten auf die Bank. „Was wollten Sie noch mal gründen? Nur zu zweit? Wo soll denn das hinführen?“ Warten auf die richtigen Möbel. „Nur 1.200 Quadratmeter? Nein. Da können wir Ihnen nicht mit dem Preis entgegenkommen. Sie verstehen schon, diese Idee hilft noch nicht einmal unserem Image.“ Aber zum Glück hat jede noch so lange und zermürbende Wartezeit ein Ende.

Der allererste Mieter bei Co-Work & Play hieß black chili. Das Corporate Start-up Consulting Unternehmen, gegründet von Recai Gündüz, brachte nicht nur Jana und Yvonne zusammen. Es versorgte auch die erste „Flying Nanny“ mit Arbeit. Inzwischen arbeiten drei Vollzeit- und fünf Teilzeitkräfte vor Ort und spielen – auch mal Backgammon am Bistrotisch.

Dass andere schnell folgen werden, erscheint höchstwahrscheinlich, denn das Angebot schließt eine Nachfragelücke. Nicht nur für Freelancer, die aus dem Home-Office ausbrechen wollen, Start-ups, die keine Garage haben, oder Arbeitsplatznomaden, die gerade einmal wieder in der Stadt sind. Auch Unternehmen profitieren von den flexiblen Arbeitsplätzen. Wer in seinen eigenen Büros Mutter bzw. Vater mit Kind nicht unterbringen kann (man denke nur an all die schrecklichen Auflagen oder gar winzige, aber fettige Fingerabdrücke an den falschen Stellen zur falschen Zeit), mietet hier einen voll ausgestatteten Arbeitsplatz, stellt mit einer ausgewogenen Work-Life-Balance Mitarbeiter zufrieden und beweist potenziellen Kandidaten, wie attraktiv er als Arbeitgeber ist.

Co-Work & Play Räumlichkeiten

Betritt man die Co-Work & Play Räumlichkeiten, wähnt man sich in Berlin oder New York. Loft-Atmosphäre, eine spannende Mischung aus Retro- und Modern, Kalt und Warm, Farben und Grautönen. Der Blick aus den riesigen Fenstern geht – je nach Himmelsrichtung – auf vorbei trödelnde Güterzüge oder zum Nachbarsgebäude aus rotem Backstein. Die kinderfreundlichen Büros sowie der „Kindergarten“-Bereich sind von den „Habe (noch) keine Kinder“ – Schreibtischen räumlich getrennt. Dringend notwendig ist das freilich nicht – der Schallschutz der gläsernen Trennwände funktioniert einwandfrei. In einer voll eingerichteten Küche könnt ihr – auch gemeinsam mit anderen – kochen, in der Lounge ein Bier trinken, euch im Co-Working Bereich in einer eigens konstruierten „Ruhe-Box“ aufs Ohr legen.

16 feste und 70 flexible Arbeitsplätze sowie 9 Teambüros sind auf einer Etage vereint. Von einem Tag für 30 Euro über eine Zehnerkarte für 190 Euro bis hin zu einem Teambüro für 1.600 Euro im Monat – Flexibilität schreibt man bei Co-Work & Play groß. Selbst zu WG-Büros darf man sich zusammenschließen, wenn das Budget knapp kalkuliert werden muss. Und auch die Meetingräume bieten jedem sein gewisses Etwas: vom geschlossenen Coaching-Raum für 30 Euro die Stunde bis zur Werkstatt, die 16 bis 20 Personen beherbergt, für 290 Euro und einen halben Tag.

Zum Ostbahnhof läuft man zehn Minuten, zur Haltestelle der Straßenbahnlinie 11 in der Hanauer Landstraße nur wenige Schritte. Euer Fahrrad schließt ihr an einer der zahlreichen Stangen vor dem Haus ab und euren Gästen reserviert ihr bei Bedarf unkompliziert einen Parkplatz.

Meine Zehnerkarte habe ich bereits beim ersten Besuch des Co-Work & Play reserviert. Wenn auch ihr Interesse habt – vereinbart flugs mit Jana und Yvonne einen Besichtigungstermin oder geht zum Tag der offenen Tür, der am ersten Donnerstag im Monat stattfindet. Gucken kostet schließlich nichts.

Endlich. Ein Ort in Frankfurt, der kleine unternehmerische Einheiten fördert.
Endlich. Ein zukunftsweisendes Unternehmen, das von zwei Frauen gegründet wurde.
Endlich. Ein Konzept, das nicht nur von Work-Life-Balance spricht, sondern sie lebt.

 

Logo und Foto: Co-Work & Play