Mit professionellen Bewerbungsunterlagen möchte das Team von people@venture seinen Kunden schneller zum Traumjob verhelfen. Wir haben die Co-Gründerin Sabine Ratermann um ein Interview gebeten.

RMS: Bitte stelle Dich uns kurz vor. Wer bist Du und was machst Du?

Ich heiße Sabine Ratermann und habe zusammen mit meinem Geschäftspartner Dirk Steinhäuser ein Online-Portal für Bewerber entwickelt. Unsere Bewerbungspakete enthalten alles, was ein Bewerbungsschreiber braucht, um effizient eine hochwertige Bewerbung zu schreiben. Neben Lernvideos entwickelten wir auch fertig formulierte Bewerbungsvorlagen, die ganz unkompliziert mit den eigenen Daten und Fakten befüllt werden können. Schritt für Schritt entsteht so eine optisch und inhaltlich perfekte Bewerbung, die gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bietet.

RMS: Wie kam es zur Gründung von Eurem Startup?

Da kamen so einige Faktoren zusammen. Ganz oben stand natürlich der Wunsch, aus dem herkömmlichen Berufsalltag auszubrechen. Seit vielen Jahren arbeiteten wir in unseren Berufen, ich als Staatlich geprüfte Betriebswirtin in einer großen Steuerkanzlei, Dirk als Personalberater bei einer der größten Personalvermittlungen.

Die Idee, ein eigenes Unternehmen von Konzept bis zur Umsetzung aufzubauen und davon leben zu können, hat uns sehr inspiriert. Der Plan war schnell gefasst: Wir trafen uns zweimal wöchentlich abends zum Brainstormen, Planen, Kalkulieren und Entwickeln. Nach zwölf Monaten wollten wir die Entscheidung treffen – hopp oder top.  Nach unseren gründlichen Vorarbeiten fiel uns die Antwort nicht schwer. Wir machen es! Unsere Familien haben uns von Anfang an voll unterstützt. Am 18.10.2013 wurde unsere GmbH errichtet.

RMS: Wie habt Ihr die Finanzierung des Startups gestemmt?

Die Finanzierung war 50:50. Das Eigenkapital kam aus dem Sparschwein, das Fremdkapital kam von der Bank. Zum Glück waren die Darlehenszinsen inzwischen recht niedrig.

RMS: Was waren die größten Stolpersteine, die Ihr bisher bei der Gründung und dem Aufbau des Startups überwinden musstet?

Dass uns immer wieder Stolpersteine bei der Firmengründung begegnen können, war uns bewusst. Aber wie viele Hürden wir tatsächlich nehmen mussten, hat uns dann doch überrascht. Den ersten dicken Brocken hat mir direkt die Agentur für Arbeit vor die Füße geworfen. Mein Antrag auf Gründungszuschuss wurde abgelehnt – ganz im Gegensatz zu Dirk, er hatte den Zuschuss für das gleiche Projekt sofort bekommen. Meine Sachbearbeiterin stellte sich quer. Die Argumentation war für mich nicht schlüssig und ich musste mir einen Anwalt nehmen. Es ging dann am Ende gut aus.

Ein weiteres Beispiel: Unser Webportal sollte komplett nach unseren Vorstellungen programmiert werden. Die Einholung von Angeboten hat uns dann aber schnell ernüchtert, alle Angebote waren viel zu teuer und für uns unbezahlbar. Bis auf eines. Das Risiko: Die Programmierung fand dann in der Ukraine statt. Mitten in der Abwicklungsphase kam die Annexion der Krim dazwischen und wir mussten zittern, ob der Auftrag dort auch fertig gestellt werden kann. Er konnte. Glück gehabt! Ohne Glück geht es einfach nicht. Immerhin scheitern 9 von 10 Startups innerhalb der ersten zwei oder drei Jahre.

RMS: Mit wie vielen Leuten arbeitet Ihr mittlerweile an Eurem Startup?

Fest angestellt sind nur wir beide. Wenn wir Hilfe brauchen, das ist insbesondere im Marketingbereich und beim SEO der Fall, dann holen wir uns kompetente Hilfe ins Haus. Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht, uns in bestimmten Bereichen auch coachen zu lassen. Langfristig möchten wir aber auch Arbeitsplätze schaffen. Besonders toll war auch die Unterstützung, die wir aus dem Freundeskreis erfahren haben, viele Tipps und Hilfestellung gab es für unser Startup sogar unentgeltlich.

RMS: Was macht Ihr, um den Bekanntheitsgrad von Eurem Startup weiter auszubauen?

Neben unserer Hauptaufgabe als Bewerbungscoachs sind wir jeden Tag auch mit Onlinemarketing beschäftigt. Als Internetportal ist es enorm wichtig, in den Suchmaschinen einen prominenten Platz zu erreichen. Das bedeutet, viele einzigartige Texte und Inhalte anzubieten, die der Zielgruppe zufriedenstellende Antworten auf die Suchanfragen bieten und andere Webseiten zum Verlinken einlädt.

RMS: Wo möchtet Ihr in den nächsten 3-5 Jahren mit people@venture stehen?

Neben unseren Online-Dienstleistungen bieten wir auch großen Unternehmen Kooperationen an. Bewerbungshilfe kann auch sehr gut als Vertriebsmittel verwendet werden. Hier sehen wir in den nächsten Jahren unser zweites Standbein. Die ersten drei Jahre arbeiteten wir immer nach dem Prinzip der Vorsicht. Fixkosten gering halten, alle Ausgaben genau abwägen, wenig Risiko eingehen. Nachdem wir jetzt eine gute Grundlage geschaffen haben, möchten wir künftig mehr investieren um uns noch besser aufzustellen. Auf keinen Fall wollen wir zu schnell wachsen.

RMS: Wie siehst Du den Gründungsstandort Rhein-Main? Ist die Region eine gute Gegend für Startups?

Das Rhein-Main-Gebiet ist eine wirtschaftlich starke Region. Der Schmelztiegel aus Flughafen, Banken, Industrie und Handel bietet für Startups eine vielversprechende Basis. Unser Unternehmen sitzt dicht am Rhein-Main-Gebiet in Mannheim. Die Stadt bietet durch die Wirtschaftsförderung optimale Möglichkeiten für Existenzgründer.

Mannheim bietet speziell Startups sehr gute Rahmenbedingungen. Die Basis bildet das Mafinex-Technologiezentrum. Hier gibt’s verbilligte Mieten, Fortbildungsmöglichkeiten, kostenlos oder zum kleinen Preis, und man hat die Möglichkeit, sich gut zu vernetzen. Regelmäßig werden für Gründer Seminare angeboten und es findet ein reger Austausch statt. Netzwerken ist für Gründer unheimlich wichtig.

RMS: Gibt es irgendeinen Tipp, den Du anderen Gründern mit auf den Weg geben möchtest?

Unser Tipp: Mach es! Trau dich! Wir haben es nicht bereut. Uns hat die Arbeit in und an unserem Unternehmen unglaublich viel Spaß gemacht. Es ist einfach ein anderes Arbeiten – mehr Selbstbestimmung und mehr Flexibilität. Für uns war es ganz wichtig, nicht alleine zu gründen. Vor allem unsere Gespräche und der Teamgeist haben unsere Firma immer wieder voran gebracht. Allein eine Firma zu gründen, halte ich für schwer.

 

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