Marc Schlegel und Matthias Kramer wollten eine App zusammen entwickeln. Doch dann kam alles anders.

Am 27. September schließlich ging die Folge der Sendung „Die Höhle der Löwen“ über den Sender, in der die beiden Jungs Carsten Maschmeyer und Frank Thelen für ein sechsstelliges Investment überzeugt haben.

Wie das Investment das Food-Startup Lizza verändert hat, verraten die beiden Gründer exklusiv hier für unseren Blog.

 

Rhein-Main Startups: Wann seid Ihr mit Eurer Idee einen Pizzateig auf Leinsamen-Basis herzustellen und zu verkaufen gestartet?

Marc: Ursprünglich hatten wir uns zusammengetan, um eine App zu entwickeln. Bei einem App-Brainstorming-Dinner im Februar 2015 zog die von Matthias zum Abendessen servierte Leinsamenpizza plötzlich viel mehr Aufmerksamkeit auf sich als unsere Ideen zur Weiterentwicklung der App. Bestärkt von dem begeisterten Feedback unserer Freunde auf die Pizza haben wir die App auf Eis gelegt, das Rezept verfeinert, Branding, Design und Website aufgesetzt und nur wenige Wochen später am 18. April 2015 bei einem Streetfood Hinterhofmarkt unsere Low Carb Pizza (Lizza) verkauft. Das Feedback der Kunden war überwältigend und hat uns motiviert weiter zu machen.

 

Rhein-Main Startups: Wie würdet Ihr Euren Start beschreiben? Mit welchen Mitteln, Erfahrungen, welcher technischen Ausstattung ging es damals los?

Matthias: Der Start war überaus chaotisch. Wir hatten am 18. April Lizza-Premiere an zwei Lokationen gleichzeitig. Ich war mit einer Crew von 5 Freunden beim „Le Bonheur Festival“ während Marc mit vier Freunden den „Markt im Hof“ bespielte. Mit selbstgebauten Marktständen, Öfen von eBay Kleinanzeigen und noch schnell organisierten Palmblatt-Tellern waren wir sehr früh „am Markt“ um abzuklopfen, wie das Produkt bei Kunden ankommt – getreu dem Motto: „Wenn Du Dich für den ersten Geschäfts-Prototypen nicht schämst, hast Du mit Deiner Idee zu spät gestartet“.

 

Rhein-Main Startups: Im Sommer letzten Jahres sind viele Frankfurter durch Euren Food Truck auf Lizza aufmerksam geworden. Seit „Die Höhle der Löwen“ kennt Euch die ganze Republik. Was hat sich bei Lizza seither verändert?

Marc: Von Beginn an sind wir peu à peu gewachsen: Gestartet im April 2015 mit einem selbstgebauten Marktstand, kauften wir uns im Juni 2015 einen Foodtruck. Nach anhaltend positivem Feedback bei Dutzenden Festivals und Märkten entschieden wir uns im Oktober zum Verkauf des Trucks und zum Aufbau einer eigenen Teigproduktion. Im Dezember übernahmen wir die ehemaligen Räumlichkeiten der Bäckerei Heidinger in Frankfurt, kauften Maschinen und bauten eine Produktion auf. Seit Februar 2016 verkaufen wir Lizza erfolgreich via Onlineshop auf http://www.lizza.de und sind seit September diesen Jahres bereits bundesweit in allen REAL Märkten und in einer wachsenden Anzahl REWE und EDEKA Supermärkten gelistet.
Wir konnten die finanziellen Herausforderungen mit Privatkrediten und einem Frühphasen-Investor, seines Zeichens Inhaber einer Großbäckerei, stemmen. Die Produktion haben wir mit viel Wissen und Goodwill von herausragenden Zulieferern in Rekordzeit aufgebaut und konnten parallel tolle Mitarbeiter für Lizza gewinnen. Persönlich merken wir neben den wachsenden Aufgaben und Verantwortlichkeiten aktuell vor allem, dass sich unsere tägliche Arbeit vom „Doing“ mehr und mehr ins „Coordinating“ wandelt.

 

Rhein-Main Startups: Seit Ende September ist es öffentlich: Carsten Maschmeyer und Frank Thelen haben in Lizza investiert. Was hat sich für Lizza verändert, seitdem die Investoren bei Euch eingestiegen sind?

Matthias: Die beiden Löwen waren für uns ein Glücksgriff. Die Vertriebs- und Marketingpower von Maschmeyer kombiniert mit der Online- und eCommerce-Kompetenz von Thelen haben uns über die vergangenen Wochen und Monate auf ein neues Level gehoben.

 

Rhein-Main Startups: Welche Effekte hatte der Einstieg, die über frisches Kapital für Lizza hinausgehen?

Marc:  Wir lernen viel von den beiden Unternehmern und deren Teams. Monatlich sind Maschmeyer’s Kommunikations- und Vertriebsprofis bei uns im Haus und schulen uns im Umgang mit den Medien und stärken unser Vertriebs-Know-how. Mit Frank Thelen’s Tech-Team haben wir einen hochskalierbaren Onlineshop gebaut, der dem Ansturm während der Ausstrahlung erfolgreich standhielt. Darüber hinaus konnten wir auch viel in Punkto On- und Offlinemarketing von beiden dazulernen.

 

Rhein-Main Startups: Welche Unterstützung der DHDL-Investoren ist für Euch neben dem Kapital persönlich wichtig?

Matthias: Das Löwen-Engagement geht weit über die Kapitalausstattung hinaus. Sie sitzen mit uns an einem Tisch, wenn z.B. das neue Branding-Konzept diskutiert wird oder wir bei einer Supermarktkette pitchen. Darüber hinaus schätzen wir Ihre Zugänglichkeit sehr: Wir haben von beiden die Handynummer und können jederzeit anrufen, wenn wir etwas auf dem Herzen haben.

 

Rhein-Main Startups: In der Sendung sah der Zuschauer, dass ihr die Investoren zu Euren Bedingungen aufnehmen wolltet. Mit welchem Ziel seid ihr in die Sendung gegangen?

Marc: Wir wollten ursprünglich nicht mehr als 10% an Lizza abgeben. Nach zähen Verhandlungen während und nach der Sendung haben wir uns auf 25% geeinigt, weil wir das große Potenzial einer Zusammenarbeit erkannten – und das hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten auch tatsächlich bewahrheitet.

 

Rhein-Main Startups: Welche Türen öffnen sich durch die Teilnahme an DHDL jetzt für Euch, die sonst verschlossen geblieben wären?

Matthias: Drei Beispiele:

  • Die bundesweit erlangte Bekanntheit durch die Sendung hat viele Supermärkte auf uns aufmerksam werden lassen.
  • Wir wären ohne die Löwen nicht so schnell und so professionell gewachsen, wie wir das über die vergangenen Monate geschafft haben.
  • Der Austausch mit den neu kennengelernten Startups und deren Gründern ließ uns viele Dinge richtig(er) und schnell(er) machen.

 

Rhein-Main Startups: Was sind Eure drei Tipps für Gründer, die sich bei DHDL bewerben wollen?

Marc: Das ist relativ einfach:

  1. Sei Teil deiner Zielgruppe, sonst fehlt Dir das Feuer, um jahrelang Vollgas zu geben.
  2. Teste früh und durchlaufe viele Schleifen, bis dein Produkt gut genug (nicht perfekt!) ist, um es auf den Markt zu bringen (Product Market Fit).
  3. Voller Fokus. Geh spitz in den Markt, mach diese eine Sache richtig gut und werde profitabel. Danach kann mehr dazu kommen.

Das Interview für Rhein-Main-Startups führte Andreas.

 

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