Der Online-Marketing-Tag (OMT) 2016 richtet sich an Unternehmer, Entscheider, Keyplayer, Experten und Macher, die sich mit Online Marketing beschäftigen. Er ist letztes Jahr als Konferenz gestartet, doch Initiator Mario Jung hat daraus mittlerweile ein eigenständiges Business aufgebaut, zu dem u.a. Webinare und ein Online-Marketing-Club gehören. Wir haben ihn zur Entstehung und den weiteren Plänen befragt.

RMS: Bitte stelle Dich uns kurz vor. Wer bist Du und was machst Du?

Mario Jung: Meine Name ist Mario Jung und ich bin Geschäftsführer der Online Marketing Agentur ReachX, die sich auf die Bereiche Suchmaschinenoptimierung und Conversion Optimierung spezialisiert hat. Zudem bin ich der Gründer des Online Marketing Tag in Wiesbaden, der in wenigen Wochen (am 02.09.2016) zum zweiten Mal stattfindet.

RMS: Wie kam es zur Gründung vom OMT?

Mario Jung: Ursprünglich war der OMT nicht als Startup geplant, sondern sollte eher das Aushängeschild unserer Agentur werden. Es war eigentlich auch nur eine einmalige Veranstaltung geplant, so dass wir den Event sogar eher als Akquiseveranstaltung betiteln könnten. Da wir aber in sehr kurzer Zeit sehr viel emotionale Bestätigung und Unterstützung für das Projekt erhalten haben, war schon nach kurzer Zeit klar, das MUSS weitergehen.

Wir haben uns am Tag nach unserem Kick-Off-Event im Wiesbadener Schlachthof hingesetzt und überlegt, wie wir die Marke OMT am besten positionieren und langfristig damit Geld verdienen können.

Daraus ist dann eine professionellere Aufsetzung unseres Großevents resultiert und unsere Seminarreihe wurde in die Welt gesetzt. Darüber hinaus gibt es auch noch eine kostenlose Webinarreihe, sowie ein Job-Portal speziell für Online Marketing Jobs, was aber noch komplett in den Kinderschuhen steckt. Online Marketing Tools-Anbietern bieten wir zudem interessante Pakete, um deren Produkte über unsere Reichweite zu promoten. Alles sehr gute Ansätze, um das Projekt kurzfristig profitabel zu machen.

RMS: Wie habt Ihr die Finanzierung der Aktivitäten für den OMT gestemmt?

Mario Jung: Aufgrund dessen, dass wir eine gut laufende Online Marketing Agentur im Rücken haben, konnten wir die Finanzierung aus eigenen Mitteln stemmen und sind nicht auf Investorengelder angewiesen. Trotzdem war und ist es für uns das größte Investment, das wir bisher getätigt haben. Events dieser Größenordnung brauchen ein paar Jahre, damit sie sich tragen und auch eine Seminarreihe ist nicht von heute auf morgen ausverkauft. Es liegt noch viel Arbeit vor uns und damit sicherlich auch noch diverse Investments, bis sich das Projekt von alleine trägt.

Wir haben des Öfteren darüber nachgedacht, auch Partner mit einem Investment zu akquirieren, aber haben uns dann final doch für die „Freiheit“ entschieden, alles selbst entscheiden zu dürfen.

RMS: Was waren die größten Stolpersteine, die Ihr beim Start überwinden musstet?

Mario Jung: Durch meine Vorerfahrung als Gründer hatten wir wenige Stolpersteine. Die größten Probleme lagen eher an den kurzfristig auftretenden Problemen bei den Veranstaltungen als an irgendwelchen bürokratischen Hürden. So ist zum Beispiel 5 h vor unserem ersten Großevent die komplette PC-Infrastruktur ausgefallen oder unsere Afterparty, bei der wir uns eingebucht haben, wurde wenige Wochen vor dem Event seitens Dritter abgesagt. Da kommt man dann ganz schön ins Schwitzen und muss schnell handeln, weil ja eine zeitliche Grenze gnadenlos von Tag zu Tag näher rückt. In Sachen bürokratischer Stolpersteine sind wir bereits durch unsere Agentur mit erfahrenen Dienstleistern aufgestellt, sodass wir hier sehr guten Support genießen.

RMS: Mit wie vielen Leuten arbeitet Ihr mittlerweile am OMT?

Mario Jung: Das ist schwierig zu sagen. Aktuell haben wir 2 Personen, die sich NUR um den OMT und dessen Belange kümmern und mich, der eine 50:50 Lösung zwischen Agentur und Eventorganisation fährt.

Darüber hinaus werden auch immer mal wieder die helfenden Hände anderer Mitarbeiter aus der Agentur in Anspruch genommen, wobei das eher zu vernachlässigen ist.

RMS: Was macht Ihr, um den Bekanntheitsgrad vom OMT weiter auszubauen?

Mario Jung: Als Konferenzausrichter im Bereich „Online Marketing“ und Geschäftsführer einer Online Marketing Agentur haben wir uns natürlich besonders auf das (Achtung: Überraschung) Online Marketing konzentriert.

Von gezieltem Content Marketing bis hin zur massiven Bewerbung unseres Events über Bannerwerbung und Facebook, ist alles dabei. Darüber hinaus versuchen wir auch mit unseren Speakern ein gewisses Influencer Marketing zu betreiben und legen viel Wert auf unsere Medienpartnerschaften, die für zusätzlichen Rückenwind sorgen. Aber wir probieren alles aus!

Die Maßnahmen, die in einer Testphase als profitabel herauskristallisieren, werden intensiv weiterverfolgt. An der Stelle muss ich „leider“ zugeben, dass auch diverse Offline Marketing Maßnahmen noch als sehr effektiv gezeigt haben.

RMS: Wo möchtet Ihr in den nächsten 3-5 Jahren mit dem Online Marketing Tag stehen?

Mario Jung: Wir hoffen, dass sich unsere unterschiedlichen Geschäftsbereiche (Jobs, Seminare, Konferenz) von alleine finanzieren können und einem kontinuierlichen Wachstum unterliegen. Größere Ziele stecken wir uns nicht. Der Markt ist äußerst schnelllebig,

Konferenzformate kommen und gehen. Auch haben wir nicht die eierlegende Wollmilchsau erfunden, sondern bewegen uns in einem Markt, in dem bereits viele Player positioniert sind bzw. auch jederzeit neue hinzukommen können. Wenn wir uns über die Jahre als festen Bestandteil im Konferenzplan der Online Marketing Branche etablieren, wäre das schon ein großer Erfolg, der uns sicherlich auch finanziell unabhängig von der Agentur macht.

Das allerwichtigste ist aber, dass es uns in 3-5 Jahren immer noch so viel Spaß macht wie heute. Das wäre der größte Erfolg bei der Geschichte. Unabhängigkeit und Spaß an Deiner täglichen Arbeit. Kann es ein besseres Ziel für die Gründung eines Startups geben?

RMS: Wie siehst Du den Gründungsstandort Rhein-Main? Ist die Region eine gute Gegend für Gründer und Startups?

Mario Jung: Ja, ich glaube, es ist eine sehr gute Gegend, um zu gründen. Wirtschaftlich sehr stark und je nach Branche auch mit hochwertigem Know How besetzt. Gerade beim Recruiting neuer Mitarbeiter kann der Standpunkt Rhein-Main ein sehr wertvolles Asset sein.

Des Weiteren habe ich immer das Gefühl, dass das Rhein-Main-Gebiet einen eigenen Mikrokosmos darstellt, in dem jeder jeden kennt. Es kommt immer wieder zu Tage, dass Unternehmer die gleichen Leute kennen und aus einem starken Netzwerk lässt es sich meistens immer besser gründen und wachsen.

RMS: Gibt es irgendeinen Tipp, den Du anderen Gründern mit auf den Weg geben möchtest?

Mario Jung: Ja, startet Euer Startup nicht, um reich zu werden, sondern entscheidet Euch für die Passion. Nur was Ihr wirklich liebt und gerne macht, kann richtig erfolgreich werden.

Gerade in schlechten Zeiten lässt die Liebe zum Projekt den Ehrgeiz entwickeln, den es braucht, um langfristig erfolgreich zu sein. Ich möchte aber noch einen zweiten Tipp geben: Denkt immer daran, dass Ihr selbst nicht Euer Kunde seid. Nicht immer ist Eure Meinung die, die Euer Projekt erfolgreich macht. Viele Gründer müssen viel mehr auf Ihr Zielpublikum zugehen und Ihr Produkt nach dessen Wünschen weiterentwickeln. An dem Punkt habe ich schon viele gute Geschäftsideen scheitern sehen…

 

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