Im Jahre 1748 nutzte ein Brite und Politiker seine Freizeit, um Karten zu spielen. Meistens kombinierte er dabei das Essen mit dem Kartenspiel und genoss so einen Nachmittag im Freien auf seiner Terrasse. Doch es war schwierig für ihn, das Essen in einer Hand bequem zum Mund zu führen und währenddessen die andere für das Kartenspiel zu verwenden.

So kam er auf die Idee, ein leckeres Stück Fleisch zwischen zwei Scheiben Toast zu packen. Das erlaubte es ihm, Karten zu spielen und zu Essen – ohne dabei die Karten mit Fett zu beschmieren. Diese Idee, heute Millionenfach kopiert, wurde zu einer der berühmtesten Erfindungen, seit es Essen gibt.

Der Name des Politikers? John Montagu, der vierte Earl von Sandwich.

Ob diese Geschichte stimmt oder nicht, spielt keine Rolle. Doch vermutlich wird Dir diese Geschichte für immer dabei helfen, die Entstehung des Sandwichs in netter Gesellschaft noch einmal zu erzählen. Es wird Dir schwerfallen, sie zu vergessen. Ganz anders, als das mit klassischen Bulletpoints und puren Informationen der Fall wäre.

Seit über 27.000 Jahren, seit den ersten Bildern in Höhlen, die entdeckt wurden, war das Geschichtenerzählen ein Teil unserer menschlichen Natur und der Gesellschaft.

Heute möchte ich mit Dir ein paar Fakten zum Storytelling teilen. Storytelling ist das klassische Geschichtenerzählen, aber angewendet auf viele Bereiche.

Dein Gehirn feiert eine Party

Jeder, absolut jeder, mag eine gute Geschichte. Ganz egal, ob es ein Buch ist, eine Präsentation oder ein Freund, der uns eine Geschichte seines letzten Wochenendes erzählt. Warum begeistert uns eine gute Geschichte?

Erinnere Dich mal an Deine letzte wirklich katastrophal langweilige Power Point Präsentation, die Du ertragen musstest: Wie sah die aus? Vermutlich war es ein kahles Land, ohne Bilder, viel Text und lieblosen Graphen. Natürlich hat Dein Gehirn auch diese Informationen verarbeitet, aber es waren eben nur die Bereiche, die für Sprache und logisches Denkvermögen zuständig sind. Der Nachteil dieser Bereiche: Sie sind evolutionär betrachtet sehr jung.

Spanische Forscher haben beobachtet, was für eine „Party“ im Gehirn abgeht, wenn wir eine gute Geschichte hören: Höhere Aktivität des Gehirns, Ausschüttung von Dopamin und sogar die Senkung von Stress können durch eine gute Geschichte ausgelöst werden.

Eine gute Geschichte bringt Dein ganzes Gehirn zum Arbeiten. Dazu gehören Metaphern und sinnvoll eingesetzten Adjektive.

Wenn uns jemand eine Geschichte erzählt, verändert er unser Gehirn. Der Sprecher und der Zuhörer fangen an gleich zu denken. Das führt zu einer Synchronizität zwischen den beiden. Uri Hasson von Princeton dazu:

„Wenn die Frau Englisch sprach, dann verstand der Freiwillige die Geschichte und ihre Gehirne synchronisierten sich. Wenn Sie eine Aktivität in ihrer Inselregion hatte, eine emotionale Region des Gehirns, dann hatte die Zuhörerin das auch. Durch das Erzählen einer Geschichte konnte die Frau eine Idee und eine Emotion in das Gehirn des Zuhörers pflanzen.“

Storytelling ist unglaublich mächtig und das nicht nur in Bezug auf andere.

Storytelling im Kopf

Jeden Tag erlebst Du Geschichten. Was hast Du heute Morgen nach dem Aufstehen gedacht? Eine Sekunde nach dem Öffnen Deiner Augen sind Dir sofort diverse Dinge durch den Kopf geschossen. Nach wenigen Sekunden haben diese kleinen Impulse eine Geschichte geformt und Dir ein „Gefühl“ gegeben, wie der Tag werden wird. Diese „Bewertung“ des Tages hält sich meistens dann auch über den Tag hinweg.

Wer kennt das nicht? Morgens am Frühstückstisch schon den Kaffee verschüttet: Das muss ein Pechtag werden. Die Bahn hat Verspätung oder es ist mal wieder Stau auf der Autobahn: Pechtag. Im Büro angekommen begrüßt eine unfreundliche E-Mail im Postfach: Pechtag.

In diesen Momenten hat sich bereits eine negative Geschichte im Kopf gebildet: Du bist Teil einer Pechtag-Geschichte.

Ab diesem Moment ist klar: „Für den weiteren Ausgang dieses Tages kann ich nichts!“. Fehler werden jetzt dem Pechtag zugeordnet und liegen somit außerhalb dessen, was Du selbst verändern kannst. Steht an einem solchen Tag ein wichtiges Ereignis an: Dann gute Nacht.

Ab diesem Moment primst Du Dich bereits negativ.

Priming ist der psychologische Effekt, wenn unbewusste Erinnerungen durch einen externen Reiz geladen werden und dadurch Talente, Fähigkeiten und Gefühle induzieren. Wer ein Bild von Albert Einstein sieht, schneidet besser in Intelligenztests ab und das Bild eines erfolgreichen Fußballspielers macht Amateur-Fußballer besser auf dem Rasen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Das Umschüttend des Kaffees und das Gefühl „Heute ist ein Pechtag“ wird dafür Sorge tragen, dass der Tag schlechter wird, als er hätte eigentlich sein müssen. Es wird Zeit das zu ändern!

Die Geschichte umschreiben

Eines ist klar: Es wird Zeit für deine Success-Story. Erfolgreiche Menschen schaffen es, sich eine Geschichte zu erzählen, die sie motiviert, antreibt und anspornt. So schaffen sie es, die vielen Widrigkeiten zu überwinden und ihre Träume zu verwirklichen. Storytelling für den Kopf ist mehr, als positives Denken: Es verknüpft die vielen Gedanken die Du hast zu einer einheitlichen Geschichte. In dieser Geschichte spielst Du eine Rolle: Du kannst entweder Statist oder Held sein. Durch die Vielschichtigkeit einer Geschichte aktivierst Du mehr Bereiche des Gehirns und veränderst damit Dein Denken und Handeln.

Als Held Deiner Geschichte hast Du immer das Gefühl, dass Du die Dinge selbst verändern kannst. Du glaubst nicht an „Schicksal“, sondern daran, dass Dein Fleiß, Deine Chancenintelligenz (danke, Hermann Scherer für die Wortkreation!) und Deine Fähigkeiten Dich ans Ziel bringen werden. Menschen mit einer negativen Geschichte sehen sich immer als Opfer ihrer Umstände: Die Welt ist gemein, sie haben immer Pech und alles wird schlechter.

Erfolgreiche Menschen haben gelernt, die Vergangenheit, die Zukunft und die Gegenwart mit einer positiven Geschichte zu belegen.

Wie kannst Du die Geschichte, die jetzt in diesem Moment und für den heutigen Tag in Deinem Kopf stattfindet, ändern? Ich habe Dir dafür fünf einfache Schritte mitgebracht, um die Geschichte umzuschreiben.

Das 5-Schritt-Programm zur Veränderung Deiner Geschichte

  1. Erst einmal prüfst Du, was Deine aktuelle Geschichte ist. Stell Dir vor, Du kommst nach Hause und Du erzählst Deinem Partner, wie Dein Tag war. Welche Geschichte würdest Du erzählen?
  2. Was kannst Du tun, um den negativen Einfluss auf diesen Tag zu verändern? Interpretiere negative Ereignisse neu. Versuche dabei zu sagen „Ich habe heute gelernt, dass ich XYZ in Zukunft anders machen werde“.
  3. Was kannst Du tun, um den Tag sofort besser zu machen? Halte Dir Deine bereits erreichten Ziele vor Augen. Wenn Deine innere Stimme Dir sagt „Ich habe heute nichts erreicht!“, dann schreibe kleine Dinge auf. Schreibe alles auf, egal wie unbedeutend es ist.
  4. Wenn Dein Lieblings-Held in Deiner Situation wäre: Wie denkt er über den Tag, was tut er, um diesen Tag ins positive zu kehren?
  5. Stell Dich für zwei Minuten in die sogenannte „Helden-Pose“: Hände in die Hüfte stemmen und dabei den Blick nach vorne richten. Das steigert den Testosteron-Haushalt im Blut und damit Dein Selbstvertrauen.

Der Priming-Effekt ist der Grund, wieso „Self-Fulfilling-Prohecys“, also Selbsterfüllende-Prophezeiungen tatsächlich eintreten. Die Geschichte in Deinem Kopf entscheidet darüber, ob Du Erfolg oder Misserfolg hast.

Welche Geschichte erzählst Du Dir über Deinen heutigen Tag?

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