Das Umsetzen einer guten Geschäftsidee sollte nicht an der Finanzierungshürde scheitern. Wer Banken zu wenig Sicherheiten bietet und für institutionelle Venture Capital-Investoren zu klein ist, der kann sich Kapital auch übers Internet beschaffen: Mit Crowdfunding lassen sich über kleine Beiträge von vielen Investoren mittlerweile beachtliche Summen aufbringen. So haben Unternehmen über deutsche Plattformen für P2P-Lending, Reward oder Equity Crowdfunding im Jahr 2014 rd. 53 Mio. € eingesammelt. Das waren rd. 130 % mehr als im Vorjahr. Allerdings kam das Wachstum weniger aus dem Start-up-Bereich, sondern mehr aus den Bereichen Immobilien, ökologische Projekte sowie Filmfinanzierungen. Die Finanzierung von Start-ups und Wachstumsunternehmen stagnierte hingegen auf dem Vorjahresniveau von rd. 15 Mio. Euro. Und auch für 2015 zeichnet sich bei den Start-up-Finanzierungen – im Gegensatz zum gesamten Crowdfunding-Markt – kein Sprung nach oben ab. Und das, obwohl neue Plattformen im ablaufenden Jahr fast wie Pilze aus dem Boden schossen.

Eine gute Idee … die noch nicht abhebt

Der hiesige Markt für Schwarmfinanzierung von Unternehmen befindet sich noch immer in der Frühphase. Positiv: Die Verabschiedung des Kleinanlegerschutzgesetzes im April 2015 setzte hierzulande erstmals einen verlässlichen rechtlichen Rahmen für die Branche. Das hätte wie ein zweiter Startschuss für den deutschen Markt sein können. Aber: Die Regelungen sind restriktiv und halten gerade für Anleger einige Überraschungen parat, die dem Namen des Gesetzes nicht gerecht werden.

Oliver Gajda, Karim Serrar und ich – alle drei langjährige Experten für Unternehmensfinanzierung – haben uns zur Aufgabe gemacht, die Branche und Rahmenbedingungen einer kritischen Durchleuchtung zu unterziehen. Das Ergebnis liegt seit Anfang November vor: Das erste „Jahrbuch Crowdunding 2015“ (bestellbar unter http://www.slingshotreturn.com). Unser Ziel war es, für Anleger wie kapitalsuchende Unternehmen mehr Transparenz in den Markt zu bringen. Das Buch liefert einen Überblick über die 15 wichtigsten der in Deutschland aktiven Plattformen für Unternehmensfinanzierung. An Hand von rund 40 Kriterien wurden die von den Anbietern selbst veröffentlichten Konditionen, Services, Anforderungen und Auswahlkriterien sowie Hintergründe zu den Unternehmen und Machern zusammengetragen. Dabei haben wir besonders die Kundenorientierung und Transparenz der Plattformen bewertet. Und das nicht ohne Grund: Mangelhafte Kommunikation und geringe Kundenorientierung der Plattformen sind aus unserer Sicht Faktoren, die die Entwicklung des deutschen Marktes behindern.

Hier gibt es noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Gerade für den Finanzsektor gilt: Vertrauen ist die Basis des Geschäfts. Crowdfunding als junge Branche muss sich dieses Vertrauen noch erarbeiten. An spannenden Unternehmen und interessierte Investoren dürfte es ja auch hierzulande nicht mangeln. Von einer positiven Entwicklung sollten alle Marktteilnehmer – Plattformen, kapitalsuchende Unternehmen und Investoren – profitieren.

Jahrbuch liefert Überblick zu Plattformen und zentralen Themen

Die Übersicht der Plattformen wird im Jahrbuch von zahlreichen Autorenbeiträgen ergänzt. Zu Wort kommen Crowdfunding-Experten aus Wissenschaft und Praxis. Diese setzen sich mit grundsätzlichen Themen auseinander, wie beispielsweise der Einordnung des Crowdfunding in das allgemeine Finanzsystem oder der Vergleich mit anderen Anlageformen. Die Entwicklung der Branche seit den ersten Schrittversuchen ab 2006 wird ebenso dargestellt wie die neuesten Trends zur Spezialisierung von Plattformen auf Nischen wie Immobilien- oder grüne Projektfinanzierungen. Es wird auf die unterschiedlichen Interessenlagen von privaten wie institutionellen Investoren und deren Berücksichtigung in den möglichen Transaktionsstrukturen eingegangen. Fragen der Besteuerung oder der richtigen Exit-Vorbereitung werden adressiert. Unternehmen erhalten Tipps, wie sie das kommunikative Potenzial einer Crowdfunding-Kampagne richtig ausnutzen oder in welchen Fällen sich die Investition in das Erstellen eines Wertpapierprospekts auszahlen.

Das „Jahrbuch Crowdfunding 2015“ soll ein Standardwerk für alle sein, die auf der Suche nach einer alternativen Unternehmensfinanzierung sind, mit der Crowd investieren wollen, als Berater und Dienstleister im Markt aktiv sind oder sich wie Politiker oder Journalisten aus beruflichen Interesse einen umfassenden Überblick über eine junge, aufstrebende Branche verschaffen wollen.

 

Jahrbuch Crowdfunding 2015

124 Seiten, 49,00 € (inkl. 7% MwSt.), ISBN 978-3-00-051200-1

Erschienen im November 2015

 

Herausgeber und Redaktion:

Oliver Gajda, Frank Schwarz, Karim Serrar

Weitere Informationen und Bestellungen unter http://www.slingshotreturn.com

oder direkt bei

Frank Schwarz   + 49 611 5802 9290   schwarz@schwarzfinancial.com

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