Welche Startups gibt es eigentlich in Frankfurt und wie sieht es hinter den Kulissen aus? Diesen Fragen gingen die Teilnehmer der Startup-Tour der Entrepreneurship Initiative FRAppe am ersten Dezember 2015 nach.

Gemeinsam besuchten die Teilnehmer verschiedene Unternehmen aus Frankfurt. Nämlich das Social-Impact-Lab, den Co-Workingspace für Social Entrepreneure, Ginmon die faire alternative Anlageberatung und eatDOORI das im vergangenen Jahr neu eröffnete hygienisch schmackhafte indische Restaurant in der Kaiserstraße mit seinem jungen Gründerteam. Sowie auch savedroid, das Startup, das automatisiert durch Konsumanalyse Sparpotentiale erkennt, startgeist, die GmbH mit vielen Ideen im „alternativen Arbeitsraum“, und BrauStil, die neu gegründete Brauerei mit Ausschank in Frankfurt, die auf hohe Qualität und Bio-Zutaten setzt.

Was ist eine Startup-Tour?

Bei einer Startup-Tour, nehmen sich ambitionierte gründungsinteressierte Köpfe einen Tag frei, um gemeinsam Unternehmen zu besuchen, kurzen Vorstellungen der CEOs zu lauschen und anschließend Fragen zu stellen. Manchmal entstehen in so einer Gesprächsrunde auch neue Ideen, nicht nur für die Besucher, sondern auch für die Unternehmen.

Was ist FRAppe und wer kann (bei der Startup-Tour) teilnehmen?

frappe-logoAmbition und Engagement zeigt auch immer wieder das Orga-Team von FRAppe, das Startup-Touren und andere Events ermöglicht. FRAppe ist ein Verein und Anlaufpunkt für Gründungsinteressierte, unabhängig davon wo diese studiert haben. Einige Mitglieder haben bereits erfolgreich gegründet, zum Beispiel das Team von VideoBoost, einem professionellen Anbieter für Erklärvideos.

Neben der Teilnahme an den vom Verein organisierten Events bietet auch die Mitorganisation im Rahmen der Vereinszusammenarbeit Möglichkeiten Verantwortung zu übernehmen und mit den realisierten Projekten und Aufgaben zu lernen. Startup-Touren sind nur ein Teil der FRAppe-Aktivitäten. Die Teilnahme ist limitiert und im zweiten Schritt des Bewerbungsverfahrens auch für nicht Mitglieder offen. Jedes Jahr findet eine solche Tour statt. Hamburger und Berliner Startups wurden schon besucht, und auch solche im Ausland, zum Beispiel in Tel Aviv.

Nicht nur die zahlreichen Events, wie Startup-Touren, das Startup-Weekend in Frankfurt oder Mainz, der Gründerstammtisch Frankfurt, und viele weitere, sprechen für eine florierende Gründerszene im Rhein-Main-Gebiet, sondern auch die tatsächlich stattfindenden zahlreichen Neugründungen. Auch deshalb und nicht nur wegen der praktischen geographischen Nähe zum Frankfurter Verein (FRAppe), fand die Startup-Tour in Frankfurt in diesem Jahr wiederholt statt.

Wie war es bei der Startup-Tour in Frankfurt?

Wie auch bei der Tour im vergangenen Semester frühstückten die Teilnehmer gemeinsamum um neun Uhr im Albatros in Frankfurt-Bockenheim bis es um kurz vor zehn Uhr zum ersten Unternehmen weiterging. Dem Social-Impact-Lab in Frankfurt.

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FRAppe zu Gast beim Social Impact Lab

FRAppe zu Gast im Social-Impact-Lab
FRAppe zu Gast im Social-Impact-Lab

Dort stellte zunächst Nils Hafa das Social Impact Lab vor. Er ist Standortleiter des im Februar 2014 in Frankfurt gegründeten Standorts. Das Social Impact Lab in Frankfurt sei der fünfte Standort der Social Impact Lab gGmbH, so Hafa. Weitere gebe es in Leipzig, Düsburg und Hamburg, sowie in Berlin. In Berlin startete das Projekt, nachdem der Bedarf für Social Entrepreneure erkannt worden sei. Es habe keine Beratung und keine Finanzierung gegeben, um die Social Entrepreneure dabei zu unterstützen ihre Projekte zu realisieren.

Da das Social-Impact-Lab selbst keine Beteiligung an den Unternehmungen einfordere, erfolge die Finanzierung in der Regel über Programme.


Aktuell gibt es zwei Programme auf die sich die Gründer bewerben können „AndersGründer“ und „Chancen Nutzer“.

Alexis Rawlinson & Nils Hafa
Alexis Rawlinson & Nils Hafa

Das Programm: „AndersGründer richtet sich an Social Entrepreneure, die nachhaltige soziale Projekte unternehmerisch realisieren wollen.

Die Antwort auf die Frage was eigentlich Social Entrepreneure sind lies sich in der Gesprächsrunde anfangs nur umschreiben. Ein Beantwortungsansatz aus den Teilnehmerreihen war die utilitaristische Orientierung des Unternehmers (indem der Gründer das Gemeinwohl als primäres Ziel verfolgt). Doch der Utilitarismus gibt nicht vor, ob das Gemeinwohl durch die Erhöhung des Wohlstands einer Elite oder der Erhöhung des Wohlstands einer Minderheit gehoben wird. Müssen also Minderheiten angesprochen werden? Scheinbar schon, denn neben den Mars-Visionen war der Preis des aktuellen Tesla Model S (von circa 100.000$), für Nils Hafa ein Argument Elon Musk tendenziell eher nicht zu den Social Entrepreneuren zu zählen. Das auch trotz des ökologischen Nutzen der Elektroautos von Tesla. Ein Social Entrepreneur müsse nicht mit seiner Unternehmung reich werden hieß es, gewünscht sei jedoch, dass sein Geschäft ausreichend Profite erwirtschafte um den Entrepreneur und seine Familie selbst zu ernähren. Social Entrepreneure, so Hafa konkretisierend, seien Menschen, die ein soziales Problem unternehmerisch lösen möchten.

„AndersGründer“ so Nils Hafa, sei ein Stipendienprogramm, in welches bis 38 Startups im Social-Impact-Lab in Frankfurt aufgenommen wurden. Sie seien für jeweils 8 Monate im Co-Workingspace. Pitches fänden alle drei Monate statt, wodurch sich eine Fluktuation ergebe.

Alexis Rawlinson ist einer der jenigen die es in das Programm AndersGründer geschafft haben. Selbst ist er Engländer und Franzose. Seine Frau kommt aus Deutschland. Seine internationale Linie unterstreichend arbeitet er mit seinem Mitgründer in Bangladesch an einem Projekt zur Unterstützung von Außendienstmitarbeitern (zum Beispiel von Unternehmen oder NGOs) in Bangladesch. Dort gebe es neurdings mobiles Internet. Alexis Rawlinson bietet eine Softwarelösung zur mobilen Datenerfassung. Sein Produkt könne zum Beispiel für die Krankenkassenregistration genutzt werden und damit das Papierverfahren des Entwicklungslandes ablösen, erklärt er seinen Zuhörern von FRAppe.

Das Programm AndersGründer wird von der KFW Stiftung unterstützt.

Das Programm: „ChancenNutzer“ richtet sich vorallem an Menschen mit Migrationshintergrund, in einer schwierigen Situation, zum Beispiel einer Arbeitslosigkeit oder einer Desorientierung direkt nach einem abgebrochenen Studium. Hier möchte das Social-Impact-Lab zu einer Neuorientierung verhelfen. Die Orientierung hin zur Gründung ist dabei die präferierte Option, doch auch die Unterstützung bei der Berufsneuorientierung im Angestelltenverhältnis ist eine Option.

Es wird unterstützt von der JPMorgan Chase Foundation.

Rico Montero ist einer der Chancen Nutzer, der sein Projekt, die „Heartbeat-Akademie„, den Teilnehmern der FRAppe-Startup-Tour vorstellte. Rico studierte am SAE-Institut in Frankfurt Audio Engineering (auf Deutsch: Tontechnik) und studiert nun an der Goethe Universität Musikwissenschaften. Musik sei sein Leben sagt Rico. Sie habe ihn immer in schwierigen Zeiten unterstützt und das wolle er jungen Menschen, besonders solchen aus Problemfamillien oder schwierigem Umfeld weitergeben. Mit der Heartbeat-Akademie bringt Rico diesen Menschen die HipHop Musik nahe. Und wie er sagt unterstütze er sie bei der Förderung ihrer Talente auf ihrem Lebensweg durch musikalische Projekte (beispielsweise durch Aufnahmeunterstützung ihrer Musik).

FRAppe zu Gast bei Ginmon

Das nächste Startup, das die Teilnehmer der Startup-Tour besuchten, ist Ginmon. In den vom Startup genutzten Räumen des Main-Incubators stellte Lars Reiner einerseits die Idee hinter Ginmon vor, andererseits, wie es dazu kam, dass er Ginmon, mit seinen Mitgründern Ulrich Bauer und Raphael Vosen gründete.

Ginmon unterstützt Anleger bei der langfristig erfolgreichen Geldanlage, entsprechend eines individuellen Risikoprofils. Die Online-Plattform übernimmt dabei die Funktion eines Anlageberaters, indem sie eine individuelle Anlagestrategie erstellt und den Kunden bei der Umsetzung dieser laufend unterstützt. Der Hauptunterschied von Ginmon im Vergleich zu Banken und deren Anlageberatung sei die vollständige Unabhängigkeit durch Verzicht auf Abschlussprovisionen und versteckte Gebühren, so Lars Reiner. Stattdessen nutzte Ginmon nur kostengünstige und provisionsfreie Anlagebausteine wie ETFs und Indexfonds und verdiene an einer Beteiligung an dem Gewinn der Kunden.

Der Wunsch, eine wirklich rentable Geldanlage zu schaffen, fasste Lars bereits vor vielen Jahren. Damals habe er enttäuscht feststellen müssen, dass das Geld, das seine Eltern für ihn auf dem Sparkassenkonto, anlegten in mehr als sieben Jahren fast gar keine Gewinne erwirtschaftete. Unter Berücksichtigung der Inflation habe es quasi einfach nur herum gelegen, berichtete Lars.

Auch während seines Studiums an der Goethe-Universität beschäftigte sich Lars intensiv im Bereich der Geldanlage, als er mit seinen Kommilitonen den Goethe Investment Fund e.V. gründete. Nach seinem Studium führte ihn sein Weg als Finanzberater zur Deutschen Bank AG. Hier so sagt er, habe er festgestellt, dass selbst nach der Finanzkrise die verkauften Anlageprodukte selten die Kundeninteressen in den Vordergrund stellten. Meist seien die Gewinne der Bank durch hohe und häufig versteckte Gebühren bedeutungsvoller gewesen. Als logische Konsequenz folgte nun mit der Gründung von Ginmon der Aufbau eines wirklich kundenorientierten Finanzdienstleisters.

Der völlig neue Ansatz, die eigene Gebühr abhängig von erzielten Gewinnen des Kunden zu machen fördere das Vertrauen der Anleger in die Zusammenarbeit mit dem Startup­-Unternehmen, so Lars Reiner.

Doch wie funktioniert es, dass Ginmon nur an den Anlegergewinnen verdient, und wie plant Ginmon die Winter der Wirtschaftszyklen zu überstehen?

Wer mit Hilfe von Ginmon sein Geld anlegt zahlt jährlich eine Grundgebühr von 0,39%. Diese decke lediglich die Transaktionskosten ab, sodass Ginmon hiermit keine Gewinne erziele. Die Gegenleistung für die Nutzung der Plattform, die laufende Betreuung sowie den Kundensupport seien zehn Prozent der Gewinne eines Anlegers. Die Gewinne würden vierteljährlich abgerechnet. Eine Verlustbeteiligung gebe es zwar nicht, doch damit Ginmon nicht an den vierteljährlichen Kursschwankungen verdiene während der Anleger eigentlich in der Summe Verluste erwirtschafte habe man in den Ginmon Produkten eine sogenannte „Watermark“ eingeführt. Wenn der Anleger Verluste erleide, verdiene Ginmon erst wieder, sobald die der Kontohöchststand, der am Ende eines Abrechnungszeitraums erzielt wurde, wieder überschritten werde. Im Gegensatz zur Anlage mit Fondsmanagern werde diese Marke auch nicht zurückgesetzt sondern auch durch eine mögliche Finanzkrise fortgeschrieben. Für diese Fälle setze Ginmon auf eigenes Wachstum. Bei tiefen Börsenkursen ermöglichten die Gewinne von Neukunden einen Ausgleich für niedrigere Erträge der Bestandskunden.

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Das Team von Ginmon wächst laufend. Ginmon sucht übrigens auch motivierte Praktikanten und Werkstudenten, die sich für das Thema Online Geldanlage begeistern. Interessenten können sich gerne per Email an jobs@ginmon.de wenden und mit etwas Glück ein persönliches Kennenlerngespräch bei Ginmon verabreden.

Nach einer vertiefenden Gesprächsrunde, eintauchend in die Welt der Finanzunternehmen, während welcher Themen wie das Capital Asset Pricing Model (CAPM), die BaFin-Lizenz und der Paragraph § 34(f) der Gewerbeordnung angesprochen wurden oder die Frage was eigentlich Risiko ist, geklärt wurde begaben sich die zu diesem Zeitpunkt schon teilweise hungrigen Teilnehmer der Startup-Tour auf den Weg zum nächsten Startup, eatDoori.

FRAppe zu Gast bei eatDOORI

Nach einem schmackhaften Essen bei eatDOORI, dem Restaurant mit indischer Küche, gesellten sich zwei der drei Restaurantgründer: Kanwal Gill, Philipp Müller-Trunk und Maximilian Wolf mit zu den Teilnehmern der FRAppe Startup-Tour. Jeder der Gründer (in obiger Reihenfolge) ist verantwortlich für eines der Aufgabengebiete: „Operatives Geschäft“, „Marketing & Design“ sowie „Finanzen“.


Kanwal Gill erzählte, dass er schon während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre mit dem Gastronomiegeschäft sympathisierte, doch eigene Gastronomie-Erfahrung hatte er nach dem Studium keine. Nach dem für ihn klar geworden sei, dass er ein Restaurant gründen möchte, so erzählt er, habe er einen Job bei einem bekannten Systemgastronomen angenommen, um Erfahrungen in der Branche zu sammeln.

Die Idee für das Konzept kam während einer Rundreise der drei Partner in Indien.

Wesentlicher Unterschied von eatDOORI zu anderen indischen Restaurants sei die Authentizität der Küche, das Interior Design sowie die Präsentation der Gerichte. In erster Linie wollten die drei Gründer die indische Küche in Deutschland zugänglicher machen. Besonders entscheidend hierfür, erklärte Kanwal Gill, sei das moderne Ambiente, sowie die offene Küche, die Vertrauen und Transparenz schaffe.


Die Skalierung des Konzepts in Form einer Restaurantkette ist für die kommenden Jahre geplant. Im Sommer 2016 ist die nächste Eröffnung geplant.

FRAppe zu Gast bei savedroid

Gestärkt nach dem guten Essen bei eatDOORI ging die Gruppe der Entrepreneurship-Initiative FFRAppe weiter zu savedroid.

Gute Aussicht(en) im Büro von savedroid
Gute Aussicht(en) im Büro von savedroid

savedroid hat sich zum Ziel gesetzt durch intelligente Analyse der Zahlungsvorgänge auf den Konten seiner Kunden Sparpotentiale zu erkennen und zu realisieren. Wie das künftig funktionieren solle und weitere Details enthüllte der Gründer Dr. Yassin Hankir.

Das Geschäftsmodell von savedroid basiere, so Dr. Yassin Hankir auf dem Affiliate Marketing. savedroid erkenne anhand der Zahlungen, die ein Kunde regelmäßig tätige, wo sich Sparpotentiale ergäben. Sofern savedroid die Möglichkeit für beispielsweise einen günstigeren Handy-Vertrag, oder einen günstigeren Stromvertrag erkannt habe, werde der Kunde auf das Sparpotential aufmerksam gemacht. Erfolge dann ein Wechsel über savedroid, verdiene savedroid eine Provision, die fair mit den Kunden geteilt wird. Auch der Kauf von sonstigen Waren und Produkten über savedroid selbst stelle eine Monetarisierungsquelle dar.

Die Banktower stets im Blick im Büro des FinTech Startups
Die Banktower stets im Blick im Büro des FinTech Startups

Zusätzliche Anreize für Kunden savedroid zu nutzen sei die Möglichkeit automatische Sparregeln zu konfigurieren. Unter anderem wurden zwei Beispiele genannt. Zum Einen, das Aufrunden ungerader Beträge bei Abbuchungen vom Girokonto, sodass der Aufrundungsbetrag auf einem Sparkonto gespart werde, zum Anderen, dass Strafbeträge vom Girokonto auf das Sparkonto automatisch transferiert werden könnten, sofern ein Kunde ein von ihm selbst voreingestelltes Maximum an Facebook-Nutzung oder WhapsApp-Nutzung an einem Tag überschreitet. Hier könne Yassin mit savedroid beispielsweise Studenten helfen sich in Lernphasen zu motivieren, sagte er. Zudem können Nutzer eine Vielzahl weiterer Sparregeln auf Basis der Wenn-Dann-Logik definieren, um so automatisch Geld zu sparen.

Zugriff auf das Konto der Kunden erhalte savedroid mit Hilfe einer HBCI Schnittstelle. Anbieter solcher Schnittstellen seien unter anderen die B+S Banksysteme AG, die figo GmnH, die FinTecSystems GmbH oder die Subsemply GmbH.

Die Kontodaten würden nicht in einer Cloud in den USA gespeichert und auch nicht an Dritte weitergeben, was savedroid durch ein TÜV Datenschutz-Siegel zertifizieren lassen wolle.

savedroid entwickelt derzeit seinen Prototypen und ist auf der Suche nach App-Testern, die Lust haben Ihre Meinung einzubringen. Die Anmeldung ist hier möglich und als Bonus wird unter allen Teilnehmern/innen ein verlängertes Wochenende für 2 Personen in Barcelona verlost.

Bevor Dr. Yassin Hankir das FinTech Unternehmen savedroid gründete studierte er Volkswirtschaftslehre, promovierte in Betriebswirtschaftslehre und sammelte zusätzliche Erfahrungen als Unternehmensberater bei McKinsey sowie als Mitgründer und Vorstandsmitglied von vaamo.

Wer mehr über Yassin und die Zukunft von FinTech-Startups erfahren möchte, kann sich die Talkrunde mit ihm und vier weiteren Gründern zum Thema FinTech Startups mit startupradio.de anhören.

FRAppe zu Gast bei startgeist

FRAppe zu Besuch bei Startgeist
Hier arbeitet das Team von startgeist

Als vorletztes Startup der FRAppe Startup-Tour wurde startgeist besucht. Etwas unüblich im Vergleich zu den vorherig besuchten Startups war, dass das Treffen in einer Bäckerei stattfand. startgeist, so Christopher Kerth, operiere im Silicon-Valley Style in einer „Garage“ (Wohnzimmer), und um den motivierten Teilnehmern der Startup-Tour etwas zu bieten, lud startgeist sie auf Getränke in der Bäckerei ein.


Ursprünglich sei die Idee hinter startgeist eine Plattform für Entrepreneure und Mentoren gewesen, über welche sich Gründungsinteressierte über Ideen austauschen könnten, so Kerth. Diese Plattform sei online und zähle heute über 200 Entrepreneure und neun Mentoren. Doch leider ließe sich hiermit kein Geld verdienen, da das gelöste Problem nicht relevant genug sei.

Christopher Kerth - CEO von startgeist
Christopher Kerth – CEO von startgeist

Einen Fehler, den Christopher Kerth sich authentisch offen eingestand, sei die frühe GmbH Gründung ohne bereits ausgearbeitetes und getestetes Geschäftsmodell gewesen.

Nach wie vor mit vielen Ideen, in sparsamen Räumlichkeiten arbeitet das Team von startgeist: Christopher Kerth, Benjamin Maag und Elliott Brunet, derzeit an zwei Konzepten. Einerseits wolle man als Inkubator mit der Beratung und einer Förderung von mindestens 1000€ je Idee, die, so Kerth, aus dem Kapital der GmbH gezahlt würden, neue Gründungen in der Region unterstützen. Andererseits sind die Gründer zuversichtlich, dass sich mit ihrer aktuellen Idee Bezi Geld verdienen ließe. Schließlich folgten Bezi bereits Investoren auf Twitter und ein Unternehmen habe sich für einen Beta-Test bereit erklärt.

Bezi ist die digitale Assistenz für das Vereinbaren von Terminen. Der Mehrnutzen im Vergleich zu Doodle komme durch eine automatisierte Terminvereinbarung mit Kalenderintegration zu Stande. Er wird in Videoform auf der Webseite zum Projekt gezeigt.

LIFE BEGINS AT THE END OF YOUR COMFORT ZONE
LIFE BEGINS AT THE END OF YOUR COMFORT ZONE

Der Startgeist und vor allem das Durchhaltevermögen waren, trotz aktuell ausbleibender Geldströme, beim Treffen mit der startgeist GmbH erkennbar. Die Besucher verabschiedeten sich dankend, wie auch bei den anderen Startups, mit einer FRAppe Tasse mit passendem Spruch: „Life Begins At The End Of Your Comfort Zone“.

FRAppe zu Gast bei BrauStil

Final wurde das Brauereiunternehmen BrauStil besucht. BrauStil braut eigene Biere in Frankfurt. Für die Brauanlage, so Georg Schmidt, sei ein sechstelliger Investitionsbetrag notwendig gewesen. Auf überschaubaren 30m² entstünden hier zahlreiche wohlschmeckende Biersorten, bei welchen stets auf hochqualitative Biozutaten gesetzt würde. Ein möglicher Schritt für die Zukunft, der aktuell aufgrund der bürokratischen Hürden noch nicht gegangen sei, sei die Zertifizierung des Bieres mit einem Bio-Gütesiegel. Der Vorteil der Biorohstoffe sei, dass keine Agrarchemikalien verwendet würden. Das schmecke man einerseits, außerdem sei das Bier gesünder und die Böden würden geschont. Diese Vorteile rechtfertigen für Georg Schmidt die höheren Preise. Biomalz koste doppelt soviel wie Nicht-Biomalz, Biohopfen koste das Dreifache.

Wissensdurstige FRAppe Mitglieder
Wissensdurstige FRAppe Mitglieder

BrauStil wurde 2014 in Zusammenarbeit von Georg Schmidt und dem Braumeister, Sascha Reifenberg, gegründet. Seitdem wurden viele verschiedene Sorten produziert. Zwar schmeckten die Sorten unterschiedlich, so wie verschiedene Gerichte sich auch im Geschmack unterscheiden, doch Brauen sei vergleichbar mit Kochen. Man schmecke ob das Essen von einem guten und erfahrenen oder weniger guten Koch zubereitet worden sei.

Für die Zubereitung der Biere sei eine Kesselzeit zwischen sechs und acht Stunden üblich, während die Lagerzeit zwischen drei und zwölf Wochen betrage.

 

Georg Schmidt BrauStil
Georg Schmidt beantwortet die Fragen der Teilnehmer

Der Biergarten direkt vor der Brauerei, errichtet auf dem umgebauten Gelände einer Tankstelle, sei bis 22 Uhr von Montag bis Samstag geöffnet. Neben dem Hauseigenen Ausschank gebe es das BrauStil Bier bei einem Getränkehändler. Kunden würden zwar auch durch Facebook und ein Zelt auf der Veranstaltung in Sachsenhausen: „Markt im Hof“ gewonnen, primär setze man bei BrauStil jedoch auf die Mundpropaganda für das regionale Bier.

Bierverkostung bei BrauStil
Bierverkostung bei BrauStil

Nach fünf verschiedenen BrauStil Bieren in fast gefüllten 0,25l Gläsern, die jene Teilnehmer die sich für die Bierverkostung entschieden, während des Gesprächs mit Georg Schmidt verkosteten, flanierten die Teilnehmer der Startup-Tour zu „G’Day Mate“ der Australian Bar in der Nähe der Hauptwache. Dort konnten die Teilnehmer im Gespräch zu leckerem Abendessen viele der Tour-Eindrücke sowie künftige Events der Entrepreneurship Initiative FRAppe besprechen.

Weitere FRAppe Events

Das nächste reguläre zweiwöchige Vereinstreffen von FRAppe findet am Abend des achten Dezembers statt.

Flyer: Bachelor meets Startup
Flyer: Bachelor meets Startup

Am neunten Dezember findet an der Goethe Universität das Event Bachelor Meets Startup statt, bei welchem sich verschiedene Startup Unternehmen vorstellen und gerichtet an studierende in höhere Semester Möglichkeiten aufzeigen mitzuarbeiten. Zum Beispiel durch Praktika, Werksstudentenstellen oder auch Festeinstellungen.

Ob 2016 eine Startup-Tour ins Silicon Valley stattfindet steht noch nicht ganz fest, und hängt auch davon ab, ob sich nochmals ein Tour-Sponsor findet, wie zum Beispiel das RKW Kompetenzszentrum, welches die FRAppe Startup-Tour des Sommersemesters 2015 als Sponsor mitfinanzierte.