Dies ist ein Gastbeitrag von unserem Leser Niklas Boger, der derzeit seine Bachelor Thesis im Bereich FinTech schreibt und ein Auslandspraktikum in Schweden absolviert.
„In Deutschland vergeht kein Tag ohne eine weitere Meldung zum Thema FinTech. Neue Unternehmen entwickeln sich in allen Geschäftszweigen des Finanzsektors weiter. Die Ungewissheit und Skepsis in der Industrie scheint dennoch groß. Werden Unternehmen wie Kreditech, cashcloud, Zencap oder Number26 den deutschen Finanzsektor tatsächlich langfristig revolutionieren können? Was ist von den großen deutschen Banken zu erwarten und welche Dienste werden flächendeckend von Kunden akzeptiert?
Fakt ist, dass die Digitalisierung des Finanzsektors mehr als nur ein Hype ist. Bereits heute gibt es viele erfolgreiche Projekte und Unternehmen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis auch in Deutschland die Digitalisierung volle Fahrt aufnimmt.
Ein Blick nach Schweden sollte allen Beteiligten Mut machen und den interdisziplinären Austausch verstärken.
Im Jahr 2012 gründen die Danske Bank, Handelsbanken, Länsförsäkringar Bank, Nordea, SEB, Skandia Bank, Swedbank und die Savings Banks gemeinsam den Mobile-Dienst Swish (http://www.getswish.se).
Durch die Allianz ist es Privatleuten möglich per App in Echtzeit Geld zu transferieren. Der Nutzer braucht lediglich die Handynummer des Empfängers und kann Beträge bis zu einem bestimmten Betrag verschicken (abhängig von Partner-Bank). Komfortabel lassen sich so zum Beispiel Restaurantrechnungen teilen oder dem Arbeitskollegen seine 2.56€ zurückgeben.
Im Online-Banking der eigenen Bank lässt sich Swish innerhalb von wenigen Minuten aktivieren. Mit einer persönlichen MobileID logt sich der Kunde auf dem Smartphone, Tablet oder am Computer ein und schon ist Swish mit dem eigenen Bankkonto verbunden.
Im Vergleich zu vielen anderen Anbietern ist Swish nicht mit einer Kreditkarten-Plattform verbunden, sondern direkt mit einem Konto. Transaktionen werden daher in der Sekunde sichtbar in der sie getätigt werden. Der Empfänger erhält eine Push-Nachricht sobald das Geld auf seinem Konto eingegangen ist.
Barzahlungen unter Privatleuten wären durch diesen Service komplett ersetzbar.
Im Juli 2015 zählt Swish in Schweden bereits mehr als 3 Millionen aktive Nutzer (knapp 1/3 der schwedischen Bevölkerung). Die Weiterentwicklung wird trotzdem von den Banken stetig voran getrieben.
In Punkto Sicherheit scheinen sich die Schweden weniger Sorgen zu machen als die deutsche Bevölkerung. Sechs große Banken als Initiatoren, die einfache Bedienung und die hohe Akzeptanz scheinen Grund genug zu sein der App zu vertrauen. Darüberhinaus gibt es kriminelle Zwischenfälle nur selten.
Keineswegs ist in Schweden die Welt perfekt.
Dennoch stellt sich die Frage warum ein vergleichbarer Service in Deutschland heute noch nicht möglich ist. Ich hoffe, dass wir von Projekten wie diesen lernen und der Austausch rund um die Digitalisierung weiter zunimmt. Als bedeutender Finanzstandort, mit den größten Banken des Landes, sollten wir im Rhein-Main Gebiet mit frischen Ideen und Mut die Zukunft des Finanzsektors gestalten.“

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