Bildschirmfoto 2015-10-05 um 14.01.23Facebook, Apple, Microsoft – es gibt unzählige Beispiele für erfolgreiche Existenzgründungen. Was die drei verbindet ist, dass deren Gründer Marc Zuckerberg (Facebook), Steve Jobs (Apple) und Bill Gates (Microsoft) ihr Studium abgebrochen haben. Diese drei Beispiele zeigen eines auf ganz beeindruckende Weise: Um erfolgreich ein Unternehmen zu gründen, braucht man keinen Studienabschluss. Es geht auch ohne – jedenfalls in den USA.

Hier in Deutschland sieht es dagegen ein wenig anders aus. Hier wird nach wie vor zuerst auf Abschlüsse, Zertifikate, Lizenzierungen und Nachweise geschaut. Sie spielen in unserer Gesellschaft immer noch eine große Rolle. Das bekommen auch Gründer ohne Studienabschluss oder Meisterbrief immer wieder deutlich zu spüren. Doch auch in Deutschland gibt es genügend Beispiele dafür, dass man auch ohne einen entsprechenden Studienabschluss erfolgreich ein Unternehmen aufbauen und führen kann.

Erfolgreich gründen ohne Studienabschluss

Weltweit gelten die Unternehmen Facebook, Apple und Microsoft als Musterbeispiele für Existenzgründer ohne Studienabschluss. In Deutschland stehen Erich Sixt (Gründer der Autovermietung Sixt und bis heute deren Vorstandsvorsitzender) und René Obermann (Gründer von „The Phone House“ und ehemaliger Chef der Deutschen Telekom) beispielhaft für Gründer ohne Studienabschluss. Diese Beispiele zeigen, das niemand sich von der Umsetzung einer Geschäftsidee abhalten lassen sollte – egal ob mit oder ohne Studienabschluss. In der Start-up-Szene wird von einigen Gründern ihr Studienabschluss sogar als unbrauchbar oder nutzlos empfunden. Ein Studienabschluss allein ist also noch kein Erfolgsgarant. Manchmal bringt das Fehlen eines solchen Abschlusses auch gewisse Vorteile mit sich.

Wer in Deutschland ohne einen Studienabschluss oder Meisterbrief eine Selbstständigkeit gründet, sollte sich allerdings auf Gegenwind gefasst machen. Studienabbrecher oder Nicht-Akademiker sind in der deutschen Gründer-Szene nach wie vor selten. Sie berichten fast alle übereinstimmend, dass sie (anfangs) von Kunden belächelt wurden oder einfach nicht ernst genommen wurden.

Aufbauend auf diesen Erfahrungen sollten Gründer ihren fehlenden Abschluss vielleicht nicht unbedingt an die große Glocke hängen, wenn sie sich diese Erfahrungen ersparen wollen. Besonders private Investoren sind in der Regel eher konservativ eingestellt und könnten damit tatsächlich ein Problem haben. Viele Gründer ohne Studienabschluss haben außerdem oft das Gefühl, sie müssten ihre Kompetenz und ihr Können besonders nachhaltig unter Beweis stellen. Das kann unter Umständen aber auch nicht die schlechteste Schule sein. Dennoch ist es oft mühsam und frustrierend nur an fehlenden Zeugnissen oder Zertifikaten statt am der Leistung gemessen zu werden.

Gründer ohne Studienabschluss sollten sich dennoch nicht zu weit von akademischen Organisationen und Netzwerken entfernen und lieber aktiv deren Kontakt suchen. Kontakte zu ehemaligen Studierenden sind durchaus hilfreich und wertvoll. Diese könnten nämlich irgendwann mal für das eigene Unternehmen wertvoll werden.

Worauf sich Existenzgründer ohne Studienabschluss einstellen sollten, sind vor allem Seitenhiebe und Sticheleien von Investoren, Konkurrenten, Mitbewerbern vielleicht sogar Freunden und Bekannten. Am besten ignoriert man diese Ignoranz geflissentlich und richtet die Energie lieber auf seine Firma. Rechtfertigungen oder Diskussionen führen meist zu nichts. Lieber sollte man mit Leistungen überzeugen. Im Übrigen gilt das ganz genauso auch für Gründer und Selbstständige mit Hochschulabschluss!

Der Studienabschluss ist außerdem noch lange keine Garantie für die erfolgreiche Umsetzung einer Geschäftsidee. Sowohl ohne als auch mit Studienabschluss kann man grandios scheitern oder voll durchstarten.

Chancen und Vorteile

Ein fehlender Studienabschluss ist kein Makel und erst recht kein Grund, auf eine Existenzgründung zu verzichten. Im Gegenteil: Ein fehlendes Studium bringt einen Gründer etwas, was studierten Gründern fehlt: Zeit. Gründer ohne Studium bzw. mit abgebrochenem Studium wenden sich viel eher der Umsetzung ihrer Geschäftsidee zu als Gründer mit Hochschulabschluss. Sie beginnen bereits in jüngeren Jahren und mit mehr Energie ihr Unternehmen aufzubauen. Dadurch sind sie gegenüber den meisten anderen Gründern im Vorteil, vor allem wenn diese neben ihrem Studium oder einem Angestelltendasein ihr Unternehmen aufbauen müssen.

Gründer ohne Studium oder mit abgerochenem Studium sind in der Regel um einiges jünger als ihre studierten Gründerkollegen. Sie haben in der Regel weit weniger Verpflichtungen und können daher mehr Zeit, Energie und Kapital in den Auf- und Ausbau ihres Unternehmens stecken. Sie müssen beispielsweise keine Studiengebühren, Abgaben ans Studentenwerk oder andere studienbedingte Kosten tragen. Das dafür notwendige Kapital können sie sofort in ihr Unternehmen stecken.

Junge Gründer haben außerdem meist noch keine Familie oder andere familiäre Verpflichtungen/Bindungen, die über die eigenen Eltern hinausgehen. Das heißt, sie müssen keine Familie versorgen und haben daher einen entsprechend geringeren finanziellen Bedarf zur Deckung ihres Lebensunterhalts. Das heißt, sowohl die Lebenshaltungskosten als auch der Lebensstandard sind deutlich geringer als bei älteren und familiär gebundenen Gründern.

Interessanterweise ist vielen Gründern und Unternehmern, die ihr Studium abgebrochen haben, gemeinsam, dass sie sich im Studium unwohl gefühlt haben. Wer sich mit der Art der theoretischen Wissensvermittlung in den vorgeschriebenen universitären Strukturen schwer tut, für den kann die Existenzgründung ohne Studium eine attraktive Alternative darstellen. Bevor man sich Jahre durch das Studium quält, sollte man vielleicht lieber direkt mit der Existenzgründung beginnen. Je länger man versucht, sich selbst in ein als unpassend empfundenes System zu pressen, desto mehr Energie und Lebenszeit geht verloren und desto höher steigt die Frustration.

Von Vorbildern lernen

Vorbilder spielen – unabhängig ob mit oder ohne Studienabschluss – bei erfolgreichen Gründern eine besondere Rolle. Viele haben von ihren Vorbildern gelernt, aktiv die Nähe zu erfolgreichen Unternehmens gesucht, vielleicht sogar selbst ein paar Jahre in einem erfolgreichen Start-up gearbeitet, Praktika in großen Unternehmen gemacht und sich passende Mentoren gesucht, mit denen sie weiter auf ihrem Weg voran gehen konnten. Der Kontakt zu anderen erfolgreichen Menschen sowie das Lernen in der Praxis, sind für erfolgreiche Gründer extrem wichtig.

Nicht minder wichtig ist eine gute Vernetzung. Events, Netzwerkveranstaltungen, Messen etc. gibt es überall. Hier ergibt sich die Möglichkeit persönliche Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Auch Nicht-Akademiker sollte ein akademisches Umfeld nicht abschrecken, denn hier können sich jederzeit Kontakte ergeben, die irgendwann einmal wichtig werden könnten.

Ohne eine gute Idee geht gar nichts

Eines lässt sich jedoch definitiv sagen: Egal ob mit oder ohne Studienabschluss, ohne eine gute Geschäftsidee sollte man den Weg in die Selbstständigkeit nicht gehen. Mit dem Studium an einer Hochschule unzufrieden sein ist eine Sache; die Motivation aufzubringen eine Geschäftsidee umzusetzen ist eine andere.
Grundsätzlich gibt es jedoch keine Empfehlung, ob eine Gründung mit oder Studienabschluss besser ist oder nicht. Allerdings sollte ein fehlender Studienabschluss niemanden – auch nicht in Deutschland – davon abhalten, eine tolle Geschäftsidee in die Praxis umzusetzen und ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Das Studium jedenfalls ist keine Voraussetzung für Erfolg.

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