Wie findest du unkompliziert und gleichzeitig fundiert heraus, ob deine Geschäftsidee Aussicht auf Erfolg hat? Der Beantwortung dieser Frage widmeten sich beim letzten Donnerstalk gleich zwei Vorträge: „Lean Prototyping“ bzw. „Lean Stack“ waren die Themen.

Dass die Vorträge beim Donnerstalk – jeden ersten Donnerstag im Monat – einen hervorragenden Ruf genießen, bewies auch dieser laue Abend im Mai: Es gab nicht genug Stühle für alle Teilnehmer. Das Beste aber: Rund ein Drittel der Zuhörer war zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal, dabei.

Dafür sorgte nicht nur die entspannt-neugierige Atmosphäre unter den Gründern/Kreativen/Web-Begeisterten, die schnell gemeinsame Themen für ein Schwätzchen in der Pause und natürlich nachher beim „beer“-Teil des Abends fanden.

Vortrag Nr. 1: Lean Prototyping, schlank und sexy

Grund dafür waren vielmehr die hochinteressanten Vorträge. Der erste kam von Kim Körber, energetischer Gründer von knowhow Networks GmbH. Er berät Unternehmen und natürlich Startups bei der Entwicklung von Geschäftsideen. Und hierbei kommt die Methode des Lean Prototyping zum Einsatz. Eine kurze Zusammenfassung: Lean Prototyping wurde (weiter-)entwickelt von Eric Ries. Es geht darum, eine Geschäftsidee schnell auf Herz und Nieren zu überprüfen. Stellt die Geschäftsidee die Lösung zu einem Problem dar, das andere haben? Klingt simpel, aber ohne Problem braucht niemand eine Lösung, sprich es gibt keinen Markt.

Lean Prototyping fußt in diesen Begriffen:

  • Günstig: Ein eventuelles Scheitern sollte nicht teuer sein.
  • Schnell: Strebe ein Produkt an, das deine Mindest-anforderungen erfüllt.
  • Begehrt: Gibt es Menschen, die dafür zahlen wollten?

Erläutert hat Kim Körber das Vorgehen an Facebook: Zunächst reichte Zuckerberg eine Skizze, um das Produkt und die Prozesse dahinter zu verdeutlichen. Online-Anwendungen wie Facebook gehen weiter mit Wireframes und Mock-Ups. Ist das alles tragfähig, kommt schließlich das MVP: Minimum Viable Product. Heißt für Geschäftsideen: Man muss nicht gleich den Donut mit Zuckerguss und Herzchen auf den Markt bringen. Ein frittierter, unglasierter Teigring tut es zunächst auch. Die erste Facebook-Startseite sah auch nicht berauschend aus, hat aber trotzdem funktioniert.

Geschäftsideen kommen früher oder später an den Punkt, wo sie dem Vertrieb vorgestellt werden. Hier rät Kim Körber: „Die Geschichte muss stimmen.“ Also nicht nur heiße Luft verkaufen, wenn konkrete Absatzzahlen erfüllt werden wollen.

Ob die Idee wirklich gut ist, lässt sich leicht in der Praxis abfragen: Frage 10 Leute, ob sie die grobe Idee gut finden. Frage wieder 10 Leute, wenn die Idee ausgefeilter ist und letzten Endes noch mal 10 Leute, wenn der Prototyp fertig ist.

Vortrag Nr. 2: Lean Stack, systematisch und effizient

Paul Herwarth von Bittenfeld, Partner und Product Owner bei Seibert Media, stellte in seinem Vortrag den „Lean Stack“ vor: Auch hier geht es darum, schnell und effizient zu ermitteln, ob eine Geschäftsidee das Zeug zum Fliegen hat. Hierfür dreht man zunächst einige Runden im „Build-Measure-Learn“ Zyklus: Eine Idee wird entwickelt, getestet, aus den gewonnenen Daten wird gelernt und daraufhin entwickelt man eine bessere Idee. Ist die Idee soweit, dass man ihr das Fliegen zutraut, kommt die Lean Canvas (die leere Leinwand) zum Zuge: Hier trägt man die wichtigsten Punkte ein: Was ist das Problem, zu dem die Idee die Lösung darstellt? Wie sieht die Lösung aus? Wie sind die ungefähren  Kosten, welche Kanäle zum Vertrieb bzw. zur Kommunikation stehen zur Verfügung etc.

Auch hier wird der „Build-Measure-Learn“-Zyklus angewendet, denn viele Angaben auf der Lean Canvas sind sicher noch mit Fragezeichen versehen. Um diese durch Ausrufezeichen zu ersetzen, kommen die Experiment Boards zum Einsatz: Hier kann man effizient herausfinden (und auch dokumentieren), welche Hypothesen sich als wahr herausstellen und welche Umsetzungsideen sich tatsächlich eignen.

Am Ende hat man viele Versionen der Lean Canvas, die den fundierten Weg zur Entwicklung einer Geschäftsidee aufzeigt – eine Idee, die große Aussichten auf Erfolg hat.

Ein Aspekt aus der anschließenden Diskussionsrunde soll nicht unerwähnt bleiben: Lean Prototyping ersetzt keinesfalls einen Businessplan. Gerade bei der Ermittlung von Kennzahlen ist eine Detailplanung unerlässlich.

Letzteres unterstützen sicher auch die beiden Möglichmacher, sprich die Sponsoren des Donnerstalks: Die Naspa und die Wirtschaftsförderung der Stadt Wiesbaden, deren Vertreter am Donnertag ebenfalls vor Ort waren und für jede gute Geschäftsidee ein offenes Ohr hatten. Und haben.

Alle, die sich näher mit Lean Stack und Lean Prototyping befassen, seien zum einen die Bücher von Eric Ries (Lean Startup) sowie Ash Maurya (Lean Running) empfohlen und http://www.leanstartup-frm.de, ein offenes Treffen für Lean Startup-Anwendern.

Und noch ein Event-Tipp: Am 10. Oktober findet das erste Lean Camp Rhein-Main statt: Details dazu im Facebook-Event.

Der nächste Donnerstalk im heimathafen Wiesbaden findet am 11. Juni statt – zum Thema: „Überzeugend Präsentieren – Storytelling-KungFu & Einführung in die Präsentationsinnovation Prezi“

Übrigens: Die Videos der bisherigen Donnerstalks findest du bei Vimeo oder Youtube.

Weitere Informationen zu Events in der Region:

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