Heute für Euch im Interview: Cora Dharmani von ambiotex – einem Mainzer Unternehmen bei dem sich alles um das Thema Stress und Fitness dreht.

Cora – erzähle uns doch bitte etwas zum Hintergrund Eures Unternehmens: ambiotex gibt es nun seit Mitte 2013. Wir sind ein Tochterunternehmen von  match2blue, einem Inkubator der aus neuen Technologien innovative Produkte im Bereich Soft- und Hardware aber auch Unternehmen entwickelt. So kam es auch zur Gründung von ambiotex. Unser Gründer Thomas Claussen hat auf einer Messe ein Shirt mit integrierten Elektroden entdeckt, die vom Fraunhofer Institut entwickelt worden sind und die Rechte an diesen Elektroden einlizensiert.

Was macht diese Elektroden so besonders und wie setzt Ihr sie ein? Es handelt sich dabei um EKG-Elektroden bzw. Sensoren die eine extrem präzise Erfassung der Herzrate ermöglichen. Hierdurch können wir die Herzratenvariabilität (HRV) ermitteln. Bei der HRV handelt es sich um die Fähigkeit des menschlichen Herzens die Frequenz zu ändern und an unterschiedliche Belastungssituationen anzupassen. Dabei gilt: Je höher die Variabilität der Herzfrequenz, desto  leichter fällt es dem Organismus sich an unterschiedliche Situationen anzupassen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die HRV als Indikator für Stresssituationen geeignet ist – und genau darauf setzt ambiotex mit seinem Shirt.

Die Tech-Unit
Die Tech-Unit

Das erste Produkt, das auf dieser Technologie aufbaut ist das ambiotex-Shirt. Hierbei handelt es sich um ein Shirt, in das ein Gurt und zwei der Sensoren integriert sind. Diese liegen eng an der Brust und erheben laufend Daten, die in der Tech-Unit (siehe Foto) gebündelt werden. Von dort werden die Daten per Bluetooth aufs Smartphone übertragen, in unserer App ausgewertet und entsprechend aufbereitet.

Welche Informationen erhält der User über die App? Auf Basis der Herzratenvariabilität können wir das individuelle Stressniveau messen und den Nutzer darauf aufmerksam machen, was gerade passiert. Es gibt viele Menschen, die gar nicht wahrnehmen, dass sie sich in einer Stresssituation befinden – dabei reicht häufig schon eine kurze Pause oder ein tiefer Atemzug, um das Stressniveau zu senken. Ein weiteres Anwendungsfeld ist Sport: Über eine Kooperation mit dem Fachbereich Sportwissenschaften der Universität Mainz ist es uns gelungen einen Algorithmus in die App zu integrieren, der es dem Nutzer  erlaubt unter Berücksichtigung der individuellen anaeroben Schwelle  zu trainieren. Damit ermöglichen wir auch vielen Hobbysportlern eine Trainingsoptimierung. Dank unserer Technologie sind keine teuren und langwierigen sportmedizinischen Untersuchungen notwendig. Über ein Audiofeedback lässt sich jede Trainingseinheit gezielt steuern.

Wie weit seid Ihr mit der Entwicklung und ab wann wird es das Shirt geben? Wir sind in der Entwicklung bereits sehr weit: Wir haben einen optimierten Prototyp, den wir kommende Woche auf der CEBIT vorstellen werden. Nach der Messe geht es mit Hochdruck an die letzten Details – noch in Q2 wollen wir launchen und mit dem Verkauf starten.

Das Ambiotex-Shirt
Das ambiotex-Shirt

Wie geht es dann weiter – was sind Eure Ziele? Kurzfristig geht es bei uns darum zusätzlich zu unserem Onlineshop weitere Distributionskanäle und Partnerschaften für den Vertrieb des Shirts aufzubauen. Mittel- bis langfristig wollen wir auch auf B2B setzen und unsere Technologie gemeinsam mit Sportartikelherstellern vermarkten bzw. auslizensieren.

Wie seid Ihr bislang finanziert? Dank der Verbindung zu match2blue konnten wir auf ein großes Netzwerk von Privatinvestoren zurückgreifen und sind mit einem hohen sechsstelligen Betrag finanziert worden.

Wie siehst Du den Gründungsstandort Rhein-Main? Aus unserer Sicht sehr positiv: Wir sind eng in die lokalen Netzwerke, z. B. Forum Kiedrich oder Startup Mainz eingebunden und engagieren uns stark. Auch das Land Rheinland Pfalz hat großes Interesse eine Gründerkultur zu fördern und unterstützt uns. Die Szene zeichnet sich unserer Ansicht nach durch ihre Zielstrebigkeit und Dynamik aus. Hier werden Visionen nicht nur entwickelt, sondern auch umgesetzt.

Danke Dir Cora für das Interview und viel Erfolg für die nächsten Schritte!

Alle Fotos mit freundlicher Unterstützung der ambiotex GmbH

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