Kullo LogoMit dem Ziel, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für jedermann möglich zu machen, ist das Wiesbadener Startup Kullo kürzlich live gegangen. Das Konzept „Weltweit, sicher, benutzerfreundlich“ soll eine Alternative zur E-Mail darstellen.

Aufmerksamen Lesern von Rhein-Main-Startups.com dürfte Kullo bekannt sein. So haben wir z.B. über den Gründerpitch von CEO Simon Warta beim Gründergrillen Wiesbaden sowie die Kapitalsuche von Kullo berichtet.

Bei Kullo hat jeder Nutzer ein Postfach auf einem Server im Internet. Die Nachrichten in diesem Postfach sind so verschlüsselt, dass der Serverbetreiber diese nicht entschlüsseln kann, da die Verschlüsselung vollständig auf dem Gerät des Nutzers geschieht. Kullo ist für Windows, Mac OS X und Linux verfügbar – Versionen für Smartphones sollen folgen.

Kullo-Nutzer erreichen sich untereinander über ihre Kullo-Adresse im Format „mr-smith#kullo.net“, wobei es keine Anbindung an unverschlüsselte Kommunikationssysteme geben soll.

Dabei will Kullo konsequent neue Wege gehen: „Bei uns muss der Nutzer nicht einmal wissen, was der Unterschied zwischen einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel ist“, sagt Mitgründer Simon Warta, der zuvor Mathematik studiert und im Bereich der Kryptographie geforscht hat. „Deshalb haben wir davon abgesehen, auf E-Mail aufzubauen. Wir wollten keine Kompromisse bei der Sicherheit oder der Benutzerfreundlichkeit“.

Das Team von Kullo besteht weiterhin aus Mitgründer und CTO Daniel Seither, der während seines Informatik-Studiums an sicheren verteilten Kommunikationssystemen forschte, sowie Christian Schachmann im Marketing.

Kullo befindet sich seit Anfang 2013 in der Entwicklung und wurde nicht erst durch die Snowden-Enthüllungen im selben Jahr motiviert. Ideengeber Simon Warta arbeitete bereits während des Studiums am Konzept einer Alternative zu den bekannten E-Mail-Verschlüsselungen, die seiner Meinung nach zu kompliziert zu bedienen sind.

Seit September 2014 lief die geschlossene Early-Access-Phase. Mittlerweile ist die Anmeldung auch ohne vorherige Einladung über die Webseite www.kullo.net möglich.

Eine erste Seed-Finanzierung hat das Startup im Januar 2015 abgeschlossen. Mehrere Business Angels stellen die Finanzierung für 12 Monate sicher. So kann Kullo auch ohne den Einfluss etablierter IT-Giganten unabhängig weiterentwickelt werden.

Über Kullo

Kullo ist eine Kommunikationslösung, die es jedem ermöglicht, sicher Textnachrichten und Dokumente weltweit über das Internet auszutauschen. So muss der Nutzer nicht den Unterschied zwischen einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel kennen oder sich selbst für eine Schlüssellänge entscheiden. Es baut auf einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf, die so in das Produkt integriert ist, dass unverschlüssselte Nachrichten gar nicht möglich sind.

Die Kullo-Adresse

Eine Kullo-Adresse ähnelt einer E-Mail-Adresse, mit dem Unterschied, dass das @-Zeichen durch ein Hash ersetzt wird, zum Beispiel: mr-smith#kullo.net. So ist die Unterscheidbarkeit zu unverschlüsselten E-Mails sichergestellt und der getrennte Domain-Teil erlaubt es z.B. größeren Unternehmen, eigene Kullo-Server zu betreiben.

Verschlüsselung

Für das Verschlüsseln und Signieren von Nachrichten setzt Kullo auf die etablierten Verschlüsselungsalgorithmen AES-256 und RSA-4096. Textnachricht und Dateianhänge werden zuerst symmetrisch mit einem einmaligen AES-Schlüssel verschlüsselt. Danach wird dieser AES-Schlüssel für den Empfänger asymmetrisch mit RSA verschlüsselt und mitgesendet.

Für die eigentliche Implementierung der kryptographischen Operationen wird die etablierte Open-Source-Bibliothek Botan genutzt.

Protokoll

Das offene Kullo-Protokoll vereint Nachrichtentransport und Key-Management. So reicht die Kenntnis der Empfänger-Adresse aus, um den öffentlichen Schlüssel des Empfängers von dessen Kullo-Server herunterzuladen. Es sind außerdem alle verwendeten Nachrichtenformate und Verschlüsselungsalgorithmen spezifiziert. Die Dokumentation für technisch versierte Leser ist online verfügbar: https://www.kullo.net/protocol/

Der Name „Kullo“

„Geheimnis“ ist die Bedeutung des Namens Kullo, den Mitgründer und CEO Simon Warta aus Gambia (Westafrika) mitgebracht hat. Eine mehrmonatige Reise in das kleine Land, in dem Meinungsfreiheit und Demokratie nur sehr eingeschränkt funktionieren, war mitverantwortlich für die Entwicklung der Verschlüsselungslösung.

Geschäftsmodell

Ein Free-Account mit begrenztem Postfach-Speicher steht kostenfrei zur Verfügung. Wem der Speicherplatz nicht ausreicht oder wer eine eigene Domain anstelle von „#kullo.net“ verwenden will, bekommt dies über einen Premium-Account.

 

Beiträge und Interviews mit Kullo und Simon Warta:

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