Viele Erfolgsgeschichten aus dem Silicon Valley fangen in einer Garage an. Sollte das Unternehmen von Dorian Hildebrandt langfristig am Markt bestehen, bekommt das Rhein-Main Gebiet ein eigenes Start-up Symbol: das großmütterliche Gartenhaus. In einem solchen gründete Dorian mit seinem Mitstreiter die Online-Plattform Tageau.Tageau - Website

Tageau basiert auf der Erfahrung: Geld ist nicht das Einzige, was Start-ups brauchen. Begeisterung, Engagement und Sachkenntnisse, die die eigenen ergänzen, sind mindestens genauso wichtig. Doch nicht jedes Start-up kann es sich leisten, Fachkompetenz einzukaufen. Bei Tageau treffen Gründer deshalb auf Experten, die bereit sind, auf ein leistungsabhängiges Honorar zu verzichten. Stattdessen bekommen sie für ihren Einsatz Anteile am Unternehmen. Das Gute an diesem Modell: Klassische Kapitalgeber verfolgen häufig ausschließlich wirtschaftliche Ziele, deren Erfüllung nicht immer mit der Vision des Start-ups vereinbar ist. Arbeitszeit-Investoren hingegen krempeln selbst die Ärmel hoch und haben ein emotionales Interesse am nachhaltigen Erfolg. Vereinfacht könnte man also auch sagen: Tageau bringt Menschen zusammen, die an etwas glauben, und diese Idee gemeinsam umsetzen möchten.

Weil digitale Technologien unsere Gesellschaft zurzeit massiv umwälzen, wird der Begriff Start-up oftmals mit IT-Unternehmen gleich gesetzt. Doch die Plattform wendet sich nicht exklusiv an Jungunternehmer aus der Bits und Bytes-Szene. Jeder, der gerade durchstartet und wachsen möchte, ist willkommen.

Das Ganze funktioniert wie folgt:
Der Unternehmer beschreibt kurz seine Idee und zählt die gewünschten Fachkenntnisse auf. Details zur Geschäftsidee werden dabei nicht verraten. Bei Interesse wenden sich die Experten an den Gründer. Denn er alleine entscheidet darüber, welchen Kandidaten er ausführliche Informationen zur Verfügung stellen möchte. Diese „Sicherheitsstufe“ sorgt dafür, dass nur die als potenzielle Partner identifizierten Kandidaten Zugang zu sensiblen Daten haben und nicht etwa die Konkurrenz. Arbeitszeit-Investor und Unternehmer handeln bei gegenseitigem Einverständnis konkrete Konditionen aus.

Tageau hat seinen Hauptsitz in Darmstadt und greift auf ein in ganz Deutschland verteiltes Team zurück. Zielsetzung für die nächsten elf Monate: kritische Masse sammeln, d.h. 300 Start-ups mit Personalbedarf und etwa 5.000 Website-Nutzer erreichen. Umsätze möchte Tageau zunächst mit einem Freemium-Model, dann mit Start-up relevanter Werbung generieren. Langfristig kommen kostenpflichtige Premium-Konten in Frage. Ein eindeutiges Monetarisierungsmodell soll bis Ende des Jahres erarbeitet werden.

Seine Marketing-Ressourcen steckte das Team bisher in die Erstellung der Website, den YouTube Kanal, Direktmarketing (also die direkte Ansprache potenzieller Kunden, z.B. über Xing), Pressearbeit und aktives Netzwerken. Erste Ergebnisse: Seit der „Eröffnung“ der Plattform Anfang Juni stellten 50 Start-ups ihre Ideen vor und die Besucherzahlen steigen kontinuierlich.