tempreo LogoGute Ideen, großer Tatendrang – aber trotzdem geht es nur schleppend voran? Wie zäh und energieaufreibend die erste Lebensphase eines Unternehmens sein kann, machten Eugen Müller und Bernd Frey bei einem Vortrag im Rahmen des Start-up-Forums der Wirtschaftsjunioren Darmstadt im September deutlich. Im kleinen Kreis stellten die hochengagierten Gründer ihr Konzept vor, mit dem sie den Markt für Zeitarbeit umkrempeln wollen.

Müller und Frey betreiben gemeinsam das Start-up tempreo (www.tempreo.de). Die Idee ist einfach: Man bringe Zeitarbeitsfirmen und ihre Kunden zusammen und nehme von den Personalvermittlern eine Gebühr. Hat eine Firma Bedarf, wird die Ausschreibung an alle passenden registrierten Anbieter verschickt. Kunden können Auftraggeber und deren Personal bewerten. „Eine Art Ebay für Zeitarbeit wollen wir werden“, betonte Eugen Müller. Weitere Dienstleistungen für die Marktpartner sind angedacht.

Die Aussichten für einen Erfolg der Idee scheinen nicht schlecht: Rund 200.000 Unternehmen in Deutschland haben schon einmal auf die Dienste einer Zeitarbeitsfirma zurückgegriffen. Insgesamt 18.000 Personalverleiher gibt es derzeit zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen. Manche davon sind Spezialisten, andere arbeiten regional. Nicht jede Firma hat gerade alle am Markt benötigten Kenntnisse „auf Lager“. Was liegt da näher, als via Internet Anbieter und Nachfrager zusammenzubringen?

Vor allem die Zeitarbeitsfirmen verfolgen das Projekt mit großem Interesse, betonte Müller. Immerhin geben diese viel Geld für Verwaltung und Vertrieb aus. Viel zu viel wie der Brancheninsider vorrechnete. Er weiß, wovon er spricht. Lange Jahre war er in diesem Wirtschaftszweig tätig. Sinken Verwaltungs- und Vertriebskosten, profitieren die Abnehmer.

Momentan arbeitet tempreo mit viel Fleiß daran, die Zahl der Teilnehmer auf dem Marktplatz zu vergrößern. Für ein rascheres Wachstum durch eine Marketing-Kampagne sucht tempreo auch Investoren, um nach einer regionalen Startphase deutschlandweit zu agieren. Das Interesse von Finanziers und Wagniskapitalgebern sei aber noch sehr verhalten, erläuterte Müller.

Die anwesenden Wirtschaftsjunioren verfolgten den Vortrag hochinteressiert. Es gab zustimmendes Nicken, bisweilen erstaunte Blicke, Fragen zu Details und viele hilfreiche Tipps. Gute Idee, an manchen Ecken noch etwas unrund – so ließe sich die Diskussion resümieren. Zwei Teilnehmer machen gerade eine ähnliche Ochsentour im Spielemarkt durch. Sie schätzen das direkte Feedback aus der kleinen Runde. Zwei anwesende Banker wiederum beschäftigen sich nahezu täglich mit klugen Ideen und kühnen Visionen von Gründern, prüfen deren Alltagstauglichkeit. Gerade diese beiden Vertreter sehen sich immer häufiger in der Pflicht, Gründern zu weniger Risiko zu raten. Die Quintessenz ihrer Aussagen war: Wer abheben will, muss auf dem Boden bleiben. Und er braucht eine klare Marschroute. So empfahlen die beiden Banker auch tempreo, parallel zur Suche nach Investoren, mit Meilensteinen zu operieren und langsam, aber beharrlich aus eigener Kraft zu wachsen.

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