fabrik19Rhein-Main ist Heimat vieler spannender mobile App-Hersteller und -Dienstleister. Im Norden unserer Region, genauer gesagt in Gießen, befinden sich die App-Experten von Fabrik 19. Wir stellen Euch die Gründer Mark Pralle und Sven Herchenhein in einem Interview vor.

RMS: Bitte stellt Euch uns kurz vor. Wer seid Ihr und was macht Ihr?
Wir sind Mark Pralle und Sven Herchenhein, Gründer der Fabrik 19 aus Gießen. Wir haben mit unserem Team im letzten Jahr ein Content Driven AppFramework für native mobile Apps entwickelt. Über unser Framework können wir sehr schnell und einfach Apps zusammenstellen und an Kundenwünsche anpassen. Die ganze App, also Inhalte, Verhalten und Darstellung wird konfiguriert – die Konfiguration dauert nur einen Tag (Same Day Delivery). Tauscht man die Konfiguration aus oder verändert sie, dann ändert sich die App on the fly ohne das man was implementieren muss und ohne über den AppStore gehen zu müssen.

Anfangs hatten wir uns überlegt, ob wir unser AppFramework rein auf HTML5 basieren lassen wollen. Aber die ganzen HTML5-Sachen überzeugten uns nicht – man muss sich nur die echt guten und weitverbreiteten Apps anschauen, die sind alle keine HTML5 Apps. Daher haben wir unser AppFramework native gestaltet und verwenden HTML5 nur da wo es Sinn macht. Mittlerweile habe wir einen echt umfangreichen Baukasten in unserem AppFramework, mit dem wir die Anforderungen der Kunden schnell realisieren können:

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Einer der wesentlichen Clous: Unsere Apps sind offline-fähig, auch für Daten von Dritt-Systemen! Daten die wir uns einmal abgeholt haben kann sich unsere App cachen. Das ist insbesondere für den B2B Markt ein extrem wichtiges und mächtiges Feature, denn man hat schließlich nicht immer Zugriff auf das Firmennetzwerk und die Server.

RMS: Wie kam es zur Gründung von Eurem Startup?

Wir sind schon seit 2006 gemeinsam unternehmerisch unterwegs. 2012 haben wir angefangen uns mit dem Thema Mobile auseinanderzusetzen. Zunächst haben wir unsere Kinder-Education App Match The Pairs (www.matchthepairs.com) entwickelt und dabei erste Erfahrungen im Mobile-Umfeld gesammelt. Schnell war für uns klar, Spiele sind zwar toll, aber unsere Zukunft sind sie nicht. Die Idee unseres AppFrameworks hat sich dann langsam herausgebildet, wir haben gesehen, dass im Bereich der mobilen Entwicklung noch immer sehr viel Automatisierungs- und Standardisierungspotential vorhanden ist. Aus unseren Erfahrungen und den spannenden Anforderungen im Mobile-Bereich haben wir dann die Fabrik 19 gestartet.

RMS: Wie habt Ihr die Finanzierung des Startups gestemmt?

Wir sind komplett Gründer finanziert. Das ist zwar anstrengend, da alles aus dem Cashflow bedient werden muss, verhindert aber auch, dass man Geld für Unnötiges ausgibt.

RMS: Was waren die größten Stolpersteine, die Ihr bisher bei der Gründung und dem Aufbau des Startups überwinden musstet?

Dank unserer Erfahrung im Bereich Unternehmensaufbau haben wir die gängigen Fehler im organisatorischen Aufbau nicht noch einmal gemacht. Im Bereich der mobilen Märkte gibt es aber durchaus den einen oder anderen Stolperstein. Am meisten Probleme bereitet es immer wieder, den Markt und die User einzuschätzen. Hier gibt es gerade für den Deutschen Markt noch nicht so viele Daten und Erfahrungen.

RMS: Mit wie vielen Leuten arbeitet Ihr mittlerweile an Eurem Startup?

Derzeit arbeiten wir mit 10 Leuten daran unsere Ideen umzusetzen.

RMS: Was macht Ihr, um den Bekanntheitsgrad von Eurem Startup weiter auszubauen?

Zum einen haben wir ein ganz gutes Netzwerk und werden oft weiterempfohlen. Neben Marketing „Klassikern“ treten wir auf diversen Veranstaltungen auf. Mehr geht aber immer!

RMS: Wo möchtet Ihr in den nächsten 3-5 Jahren mit Eurem Startup stehen?

Wir wollen unser AppFramework so ausgebaut und vereinfacht haben, dass jeder über das AppFramework eine native App in einem Tag bauen kann. Unser Zielmarkt sind zum einen die ganzen Apps, die sich an den privaten Verbraucher richten, aber auch der B2B-Markt, z.B. Apps für Sales-Mitarbeiter oder Apps für den In-House-Bereich.

RMS: Wie seht Ihr den Gründungsstandort Rhein-Main? Ist die Region eine gute Gegend für Startups?

Rhein-Main ist groß und sehr finanz-orientiert, daher ideal für den Fokus „B2B/Corporates“. Es ist eine gute Gegend für Startups, aber natürlich weit weg von den „hippen“ Zentren, wo man schnell mal was hochziehen kann. Wir denken, dass bei der Finanzkraft in Rhein-Main aber viel mehr passieren wird. Auch dank RMS bekommen wir langsam etwas Startup-Kultur aufgebaut, wobei wir persönlich sehr viel Wert auf ein echt tragfähiges Konstrukt legen. Auch das passt wieder zur Corporate-Szene, Innovation, Strategie, Planung und Investitionsschutz statt „hipp“.

RMS: Gibt es irgendeinen Tipp, den Du anderen Gründern mit auf den Weg geben möchtest?

Ja. Idee, Entwicklung und Aufbau sind nur ein Bruchteil der Arbeit. Danach kommt das eigentlich Schwere. Wir können jedem den Lean Startup Gedanken wärmstens ans Herz legen!

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