PastedGraphic-4Gründungen rund um das Thema „Nachhaltigkeit“ haben in der Gründerszene im Rhein-Main-Gebiet in den letzten Jahren richtig viel Fahrt aufgenommen. Hier vorgestellt haben wir euch u.a. bereits den Co-Working-Space Social Impact Lab, das Online-Magazon social-startups.de, die Energieeffizienz-Crowdfunding-Plattform bettervest und den Online-Store kaufhaus.com.

In den letzten Monaten hat sich hierzu ein weiteres Startup gesellt, das all jene anspricht, die sich für eine nachhaltige Lebenskultur interessieren: monagoo. Mit Online-Magazin, -Community und -Shop möchten die Gründer von Bad Homburg aus Menschen dabei unterstützen, einen nachhaltigen Lebensstil zu pflegen.

RMS: Bitte stelle Dich uns kurz vor. Wer bist Du und was machst Du?

Mein Name ist Holger Heinze und ich bin einer der Gründer von Monagoo. Wir betreiben ein Magazin und eine Community für nachhaltige Lebenskultur. Außerdem entwickeln wir gerade einen Online-Shop für nachhaltige Produkte. Unser Ziel ist es, nachhaltiges Leben und verantwortungsvollen Konsum für jeden möglich zu machen. Und zwar alltagstauglich – mit breitem Sortiment und dem Shopping-Komfort, den wir heutzutage gewohnt sind.

RMS: Wie kam es zur Gründung von Eurem Startup?

Ich hatte 2011 nach 12 Jahren Beratung alles hingeschmissen und war in’s Ausland gegangen, um endlich mal etwas sinnvolles zu tun. Meine Frau und ich waren nach Belize gegangen und haben dort als kostenlose Berater im Bereich Nachhaltigkeit NGOs beraten.

Mit ein paar Umwegen kamen wir 2013 zurück nach Deutschland. Da wir nichts mehr besaßen ausser unseren Rucksäcken, ein paar Funktionsklamotten und einer Gitarre, fingen wir an, einzukaufen.

Aber diesmal wollten wir es richtig machen. Fair und anständig. Also haben wir erstmal recherchiert, was das überhaupt heisst. Was ist nachhaltig? Welche Dimensionen gibt es?
Bei der Recherche fand ich auch eine Menge tolle Hersteller, Marken und Produkte. Aber die Online-Shops waren meistens klein, selbstgebaut und hatten lange Lieferzeiten.
Teilweise gab es zwar große Plattformen, aber oft waren mir dort die Nachhaltigkeitsstandards nicht konsequent genug. Was nützt mir ein Shirt aus Bio-Baumwolle, wenn es trotzdem von Kindern zusammengenäht sein könnte? Oder wenn ein Schuh mit lösungsmittelhaltigen Klebstoffen hergestellt wird, aber dann CO2-neutral zu mir kommt.

Im Großen und Ganzen fehlte mir ein Online-Shop, der alltagstauglich ist und eine konsequent nachhaltige Alternative zu den großen Playern im Markt darstellt.
Ein Alltagsbegleiter mit gutem Gewissen.

Jetzt hab ich zwar Ahnung von Shops und Online-Lösungen, aber hatte keine Erfahrung mit Handel oder Logistik. Georg wiederum ist Kaufmann und erfahrener Logistiker und war direkt heiss auf die Idee. Also haben wir sie gemeinsam entwickelt.

Jetzt stehen wir kurz vor dem Launch des Shops, das Magazin läuft seit Mai und wird auch schon gut angenommen.

holger
RMS: Wie habt Ihr die Finanzierung des Startups gestemmt?

Bisher komplett mit eigenen Mitteln und vielen Freunden und Unterstützern, die von der Idee so begeistert sind, dass sie auch mal so helfen, wenn Not am Mann ist.

RMS: Was waren die größten Stolpersteine, die Ihr bisher bei der Gründung und dem Aufbau des Startups überwinden musstet?

Richtig gestolpert sind wir zum Glück noch nicht.
Die Suche nach einem Büro, das für ein Startup bezahlbar ist, von den Konditionen her zu uns passt und auch noch Fenster und eine benutzbare Toilette hat, war nicht so einfach. Wir sind wochenlang durch Frankfurt gelaufen bis wir in Bad Homburg ein Büro gefunden haben, das perfekt zu uns passt. Hell, viele Parkplätze, gut mit Öffentlichen erreichbar und sogar unser eigenes Foto-/Filmstudio hat Platz gefunden.
Ansonsten nervt uns die Bürokratie wie jeden anderen auch. Aber wir wollten das Unternehmen von Anfang an sauber auf feste Beine stellen – damit wir den Verwaltungsaufwand jetzt aus den Füßen kriegen und nicht dann am Bein haben, wenn das Business richtig los geht. Also beschäftige ich mich eine Menge mit Ämtern, Anwälten und Steuerberatern im Moment. Aber das muss halt auch sein.

RMS: Mit wie vielen Leuten arbeitet Ihr mittlerweile an Eurem Startup?

Am Magazin arbeiten 6 freie Autoren und Mitarbeiter. Am Shop arbeiten bei uns 3 Leute plus die Mitarbeiter der Agenturen, die Design und Programmierung für uns übernehmen.

RMS: Was macht Ihr, um den Bekanntheitsgrad von Eurem Startup weiter auszubauen?

Wir haben mit Aktionen und Artikelserien im Magazin unseren Bekanntheitsgrad ganz gut (und kosteneffizient) ausgebaut. Google doch mal nach “faire Laufhose” zum Beispiel.
Auch in den sozialen Netzen läuft der Ausbau der Community recht gut. Wir vernetzen uns wo wir können mit Redaktionen, Teams und Unternehmen aus dem Nachhaltigkeitssektor. Da gibt es ja aus unserer Sicht auch so gut wie keine Konkurrenz – schließlich ist der Markt sehr groß und wir arbeiten alle gemeinsam daran, den Geist der Nachhaltigkeit zu unterstützen und zu verbreiten.
Wir haben noch einiges im Ärmel – das kommt dann, wenn der Shop online ist.

10534090_313425032150795_5174777331393262017_n 22RMS: Wo möchtet Ihr in den nächsten 3-5 Jahren mit Eurem Startup stehen?

Wir wollen auf Dauer ein digitales Zuhause für alle werden, die nachhaltig und verantwortungsvoll konsumieren wollen. Und zwar im Sinne einer Community mit dem Magazin und im Sinne eines alltäglichen Shopping-Begleiters für Nachhaltigkeit.

RMS: Wie siehst Du den Gründungsstandort Rhein-Main? Ist die Region eine gute Gegend für Startups?

Wir haben uns bewusst für das Rhein-Main-Gebiet entschieden. Erstmal natürlich aus logistischen Gründen – der Standort und die Anbindung sind einfach gut.
Die Startupszene ist außerdem nicht so überhitzt und überdreht, wie das in z.B. Berlin teilweise der Fall ist.
Dafür gibt es nicht so viel Startup-Infrastruktur, die einem auf dem Silbertablett serviert wird. Was nicht heisst, dass es keine Unterstützung gibt – im Gegenteil. Wir haben gute Erfahrungen mit den öffentlichen Stellen gemacht. Aber die Bürosuche war wie gesagt relativ schwierig.

RMS: Gibt es irgendeinen Tipp, den Du anderen Gründern mit auf den Weg geben möchtest?

Kommt mal bei uns auf einen fairen Kaffee vorbei und wir tauschen unsere Fehlschläge und Siege aus.
Besser kann man nicht lernen.
Ansonsten darf man einfach das Ziel nicht aus den Augen verlieren – wenn man etwas machen will, was es noch nicht gibt, dann findet sich jeden Tag einer, der Dir sagt, wieso es nicht geht.
Da muss man einfach immer wieder freundlich und respektvoll die Kritik entgegennehmen, das konstruktive behalten und alle “Das geht nicht” Teile da hin tun, wo sie einen am meisten motivieren, es eben doch zu machen.

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