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Entwicklung, Aufbau und Betrieb einer „urban crowd based“ Logistikplattform. So beschreibt das Darmstädter Startup ALGEL seinen Unternehmenszweck. Gegründet wurde es von Mikail Yazici, der seinen Nutzern einen neuen Lebensmittel-Einkaufsservice bieten möchte. Derzeit befindet sich der Dienst in einer Beta-Phase im Darmstädter Raum, wir haben Mikail zu seinem „Baby“ und seinen Plänen für die Zukunft befragt.

RMS: Wie kam es zur Gründung von Eurem Startup ALGEL?

Mikail: Die Idee für ALGEL hatte ich, Mikail Yazici, bereits vor einiger Zeit, hier in Darmstadt. Die Eltern konnten ihre täglichen Lebensmitteleinkäufe -krankheits- und altersbedingt- nicht mehr selbst erledigen. Ich war beruflich, als gefragter IT-Fachmann, zu sehr in das Arbeitsleben eingespannt, um mich regelmässig darum kümmern zu können. So ist die Idee von ALGEL, wie viele große Ideen, eigentlich aus der Not heraus geboren worden. Das Prinzip von ALGEL ist sehr einfach: Bestellungen von Lebensmitteln werden über ein Smartphone (oder alternativ am PC) eingegeben. Ein anderer aus der Nachbarschaft, der sich sowieso gerade beim Einkauf befindet oder dies gerade vor hat, bringt die Bestellung dann bis zur Haustüre. In diesem Fall, die der Eltern. Dafür gibt es dann ein angemessenes Entgelt. Das war die Ausgangslage.

RMS: Wie habt Ihr die Finanzierung von ALGEL gestemmt?

Mikail: Die Finanzierungsquellen entstammen überwiegend Privatkapital. Wir haben noch eine crowdfunding Kampagne bei Indiegogo laufen und werden danach unsere eigene www.Supercrowd.de Plattform weiter aktivieren. Die Beiträge hieraus sind aktuell noch gering, was sicher nicht bedeutet, dass der Beitrag hieraus nicht noch steigerungsfähig wäre. Wir sind da grundsätzlich immer optimistisch. Schauen Sie sich beispielsweise „Solar Roadways“ an. Die sind auch sehr bescheiden gestartet, haben dann jedoch einen gigantischen, einen exponentiellen Start hingelegt…..

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Sakir Yazici und Mikail Yazici (r.) bilden die Geschäftsführung des Darmstädter Startups ALGEL

RMS: Was waren die größten Stolpersteine, die Ihr bisher bei der Gründung und dem Aufbau von ALGEL überwinden musstet?

Mikail: Das war, kurz und knapp geantwortet, eindeutig die Seed-Finanzierung. Aber auch das haben wir mittlerweile geschafft.

RMS: Mit wie vielen Leuten arbeitet Ihr derzeit an Eurem Startup?

Mikail: Für ALGEL arbeiten derzeit im Durchschnitt 8 Personen. Die bekanntlich unternehmenskritische Steigerung auf 50 Personen steht uns noch bevor. Grundsätzlich wollen wir ALGEL jedoch so schlank als nur möglich aufstellen. Viele ähnliche Projekte in der Vergangenheit sind nämlich wegen Größenwahn untergegangen, weil sie lediglich Venture Capital verbrannt haben und dann irgendwann der Brennstoff alle wurde. Denken Sie nur mal an WebVan. – Das kann uns, so glaube ich, sicher nicht passieren.

RMS: Was macht Ihr, um den Bekanntheitsgrad Eures Startup zu steigern?

Mikail: Dank eines sehr erfahrenen Bloggers und on-line Journalisten, den wir für unsere Idee begeistern konnten, sind wir bereits jetzt schon in der Lage, eine excellente Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, zeitnah und effizient, zu betreiben. Suchen Sie doch ganz einfach mal nach ALGEL beim grossen Google (lacht). Natürlich arbeiten wir auch mit konventionellen Möglichkeiten, wie lokalen Presseaktivitäten, Ads und kleinen „give-aways“. Die ganze PR-Palette eben. Und wir stehen ja erst am Anfang. Für ein schlank aufgestelltes Projekt finde ich das schon ganz beachtĺich, ohne mich selbst loben zu wollen.
Und dann wird es da in naher Zukunft noch was ganz Innovatives geben. Surprise! Etwas das so bisher wirklich noch nicht da war. Wir werden das der Öffentlichkeit in Kürze vorstellen können. Aktuell breiten wir darüber noch den Ḿantel des Schweigens. Es wird wirklich was ganz Neues sein.

Ein weiteres noch: Die ALGEL Idee ist, wie man überm Teich so sagt, „disruptive“. Allein das sorgt bereits, zu unserem nicht geringen Erstaunen, für eine ganz eigene Dynamik. Letzte Woche hat sich beispielsweise ein TV-Team aus Berlin bei uns angesagt. Wir haben also derzeit absolut keine PR Sorgen.

RMS: Wo möchtet Ihr in den nächsten 3-5 Jahren stehen?

Mikail: Unser Ziel ist es, uns nach unserem Beta-Test, der gerade in Darmstadt läuft und uns laufend wertvolle Erkennnisse erbringt, bald weiter zu skalieren. Wir haben die feste Absicht, in 3-5 Jahren einen bemerkenswerten Marktanteil in den Metropolen errungen zu haben. Grundsätzlich ist die Idee skalierbar und nicht nur auf bundesdeutsches Territorium beschränkt. Das Marktvolumen allein in Deutschland beträgt im LEH (Lebensmitteleinzelhandel) 127 Milliarden Euro, jährlich. Nur ein Prozent davon würde uns genügen (lacht erneut). Aktuell befinden wir uns mit ALGEL im absoluten Mainstream. Allenthalben wird ALGEL als „absolut geile Idee“ eingeschätzt.

RMS: Wie siehst Du den Gründungsstandort Rhein-Main? Ist die Region eine gute Gegend für Startups?

Mikail: Ich komme aus Darmstadt und bin natürlich auch ein Lokalpatriot und hier sozial fest verwurzelt. Grundsätzlich ist die
Location für unseren derzeitigen Beta-Test sehr gut geeignet. Für unser Geschäftsmodell ist das allerdings nicht wirklich ausschlaggebend. – Wir haben zudem beste leads in die Berliner Startup Szene. Und Entfernungen spielen heute ja nicht wirklich mehr eine grosse Rolle. Wir hoffen, dass diese Frage in Zukunft eher den Darmstädter Stadtkämmerer umtreiben wird, als uns (lacht erneut).

RMS: Gibt es irgendeinen Tipp, den Du anderen Gründern mit auf den Weg geben möchtest?

Mikail: Eine Idee ist lange noch kein Geschäftsmodell, sondern eben nur eine Idee. Genau aus diesem Grund ist es als Entrepreneur wichtig an Deiner Idee, am Besten an mehreren Ideen gleichzeitig, zu arbeiten und, insofern möglich, diese sinnvoll zu kombinieren. Dein Antrieb muss ganz von Innen kommen. Das Einholen von Zielgruppen-Feedback ist in dieser Unternehmensphase sehr sehr wichtig. Die Zielgruppe gilt es absolut ernst zu nehmen. An der Idee muss man so lange arbeiten, bis daraus ein echtes, ein reifes Geschäftsmodell geworden ist, welches im Alltag Bestand haben kann. – Noch wichtiger als all das ist jedoch, dass man an seine Idee glaubt und dafür tatsächlich „brennt“ – und genau das ist bei ALGEL der Fall.

 

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