debitos_logoDas Frankfurter Startup Debitos mit seiner gleichnamigen Online-Forderungsbörse hat kürzlich einen Blogbeitrag unter dem Titel „Deutschland kann (und sollte) Bedingungen für Start-ups noch deutlich verbessern“ veröffentlicht, den wir Euch nicht vorenthalten möchten.

Dabei weist der Autor Marcello Buzzanca darauf hin, dass durchaus auch in Deutschland Risiko-Bereitschaft bei Unternehmensgründungen besteht, allen Unkenrufen in den Medien zum Trotz. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen und sind gespannt auf Euer Feedback in den Kommentaren! Ist Deutschland wirklich so risikoscheu? Welche Gegenbeispiele kennt Ihr?

Vor wenigen Tagen hat Spiegel Online einen interessanten Artikel über die Unterschiede der Start-up Kultur in den USA und in Deutschland geschrieben. Da wir mit Debitos nicht nur ein Start-up gegründet sondern uns zudem noch in den durchaus komplexen Finanzdienstleistungsbereich – Gründer und Venture Capital-Geber sprechen gerne von FinTech – gewagt haben, fanden diese Ausführungen besonderen Widerhall bei uns. Schließlich kommt in den Ausführungen der Start-up Guru Ben Horowitz zu Worte. Und der beschwert sich bitterlich über das schwierige Umfeld in Deutschland. Regulierung und strenge Arbeitsmarktgesetze behindern die Flexibilität, die ein Jungunternehmen gerade in der Anlaufphase unbedingt benötigt. Dies wiederum führe dazu, dass Personal in schwierigen Phasen nicht schnell genug abgebaut werden könne und daher Gründern und Geldgebern oft keine Möglichkeit bleibt, als das Unternehmen zu schließen – und somit statt einem Teil gleich sämtliche Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Bei diesen Punkten können wir zustimmen. Allerdings wagen wir es, dem Guru in einem Punkte vehement zu widersprechen, nämlich wenn Ben Horowitz sagt: „Deutschland ist so risikoscheu, es ist lächerlich.“

Risikofreudige Gründer-Kultur entsteht auch in Deutschland
Zum Glück widersprechen nicht nur wir Ben Horowitz, sondern er widerspricht sich auch selbst. Schließlich sagt er, dass es für ihn mehr Sinn macht, „den deutschen Ingenieur abzuwerben und ins Silicon Valley zu verpflanzen“. Was bitte, wenn nicht ein gewisses Grad an Risikofreude, hat dieser deutsche Ingenieur? Darüber hinaus zeigen immer mehr Beispiele, dass auch hierzulande das Scheitern eines Gründers immer mehr Anerkennung findet. Manche haben sogar den Mut, sich auch durch Misserfolge nicht von ihrer Überzeugung abbringen zu lassen, wie der Neustart des Start-ups Caterna eindrucksvoll unter Beweis stellt. Das Unternehmen hat eine Online-Sehschulung für Kinder entwickelt, die von der Sehschwäche Amblyopie betroffen sind. Die erste Monetarisierungs-Strategie funktionierte trotz Begeisterung für das Produkt nicht, und Caterna meldete 2012 Insolvenz an. Nun geht es wieder an den Start – mit demselben Produkt aber einem angepassten Geschäftsmodell. Dies hat auch Geldgeber überzeugt, so dass Caterna mit einer neuen Venture Capital Gesellschaft im Rücken launchen konnte. Allerdings, und da hat Ben Horowitz recht, können auch wir nur an den Gesetzgeber appellieren, das regulatorische Umfeld für Neugründungen zu flexibilisieren. Der Start-up-Spirit ist auch in Deutschland definitiv vorhanden!

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