Bootstrapping Tools – Gründen ohne Geld
Pascal Klein gewährt uns einen Einblick in seinen Werkzeugkasten. (Bild: Mark Hunter)

Im folgenden Artikel möchte ich auf Tools, Werkzeuge und Methoden eingehen, die es ermöglichen eine Unternehmensinfrastruktur mit sehr wenig Geld aufzubauen. Dafür nenne ich verschiedene Themenbereiche und gehe darauf ein, welche Tools wir bei unseren E-Commere Projekten ASANAYOGA.DE und eco-krabbelmatte.de nutzen. Ich freue mich auf Kommentare und Feedback. Welche Tools nutzt ihr? Wie zufrieden seid ihr damit?

Website, Shop & deren Optimierung

Website: WordPress ist die Basis unserer Website. Neben der kostenlosen Nutzung hat uns vor allem die Reichweite und damit die Anzahl der Services / Plugins / Themes, die um WordPress herum angeboten werden überzeugt. Es gibt eine Vielzahl weitere Anbieter von Webseitenbaukästen, teils komplexer und umfangreicher (z.B. Typo 3, Joomla) oder benutzerfreundlicher, aber weniger anpassbar (z.B. Jimdo).

Shop-Software: Im E-Commerce aktiv, ist die Frage der Shop-Software von essentieller Bedeutung. Neben Anpassbarkeit, Preis, Design spielt vor allem die Usability eine große Rolle . Anfangs haben wir es mit Shopify und Cartloom versucht, jedoch schnell gemerkt, dass wir damit an unsere Grenzen stoßen, was Zusatzservices, Abwicklung und Controlling angeht. Letzten Endes haben wir uns für Woo-Commerce entschieden, eine Shopsoftware auf WordPress Basis. Überzeugt haben uns vor allem die vielen meist kostenpflichtigen (in überschaubarem Rahmen) Plugins (Rechnung erstellen, Lieferschein drucken, Gutscheine ausgeben, u.a.) die uns die tägliche Arbeit sehr erleichtern.

Kundensupport: Im Kundensupport (der gerade im E-Commerce sehr intensiv sein kann) haben wir uns für zwei kostengünstige Software Anwendungen entschieden. Zum einen HelpScout, ein Ticketingsystem, mit dem Kundenanfragen systematisch und mehreren Benutzern bearbeitet werden können, zum anderen LiveChat, mit dem direkt auf der Webseite Kundenfeedback eingeholt und Kundenfragen beantwortet werden können.

Analytics: Um Traffic und Conversionrates zu analysieren und zu verbessern ist es notwendig, diese Daten zu sammeln, zu messen und zu vergleichen (natürlich im Rahmen des Datenschutzes). Wir nutzen dafür das kostenlose Google Analytics und sind sehr zufrieden damit. Das Tool gibt wahrscheinlich weit mehr Daten her, als man analysieren könnte.

A-/B- Testing: Gerade mit wenig Geld, ist es wichtig schnell zu testen, validieren und zu lernen. Im E-Commerce ist die Conversion ein entscheidender Faktor, den es immer weiter zu optimieren gilt. Wir nutzen „convert“, die SaaS hilft dabei verschiedene Webseitenvarianten gegeneinander zu testen, die Besucherströme aufzuteilen und die festgelegten Ziele (wie z.B. Conversion, Besuchsdauer, etc.) direkt zu messen und zu vergleichen. Gleichzeitig gibt das Tool Auskunft darüber, ob die Daten ausreichend sind, um einen Sieger zu küren. Andere beliebte A/B Testing Tools sind Optimizely und Visual Website Optimizer.

SEO: Im SEO Bereich (SEO = Search Engine Optimization, Suchmaschinenoptimierung) gibt es viele sehr gute und kostenpflichtige Tools. Anfangs ist man Google Adwords und Goolge Analytics gut bedient. Steigt man dann tiefer ein (was meist extrem wichtig ist) kann man sich verschiedener Tools bemühen. Um die SEO Aktivitäten, Rankings und Fortschritte zu messen, greifen wir auf Xovi zurück. Bei der On-Page Optimierung hilft uns das WordPress Plugin von Yoast.

Content Promotion

Um unsere Inhalte (siehe asanayoga.de/blog) mit anderen Webseiten zu teilen und Links zu erhalten, nutzen wir buzzstream. Beim sharen von Inhalten über die sozialen Netzwerke (Twitter, Facebook, Pinterest, Google+) hilft uns Buffer. Wie erfolgreich das sein kann, seht ihr auf unserer Facebook Seite (https://www.facebook.com/asanayoga.de – gerne liken).

Task Management: Als Online Tool zur Zusammenarbeit und Organisation von Teams können wir „asana“ wärmstens empfehlen. Es ist ein einfaches „Task Management Tool“ mit dem es möglich ist, Teams, Fälligkeiten und Aufgaben sehr einfach und intuitiv zu organisieren.

E-Mail: Die Suchfunktion von Gmail und die auto-complete Funktion von Gmail sind überwältigend. Keine E-Mails oder Kontakte mehr sortieren und ablegen, spart jede Menge Zeit. Dazu bietet Gmail die Möglichkeit Versandemailadressen und Weiterleitungen anzulegen, sodass Gmail mit jeder (auch verschiedenen) Geschäftsadresse genutzt werden kann.

Newsletter: Um mit unseren Kunden per E-Mail zu kommunizieren nutzen wir Mailchimp. Bis zu einer bestimmten Anzahl an Empfängern ist der Service kostenlos, ab dann richtet er sich nach Größe der Newsletterliste. An Mailchimp schätzen wir die Usability und das Reporting.

Payment: Auch für die Zahlungsabwicklung im Online Shop gibt es mittlerweile genügend Serviceanbieter. Zum Standard gehört mit Sicherheit PayPal und Kreditkarte. Zahlungen über Kreditkarte ermöglichen wir mit Paymill, für Zahlungen auf Rechnung nutzen wir Klarna.

Kommunikation: Um uns intern zu verständigen und zu kommunizieren greifen wir auf Skype, Google Hangout und WhatsApp zurück. Gerade die Funktion Bildschirmübertragung (auf Skype und Google Hangout verfügbar) ist extrem hilfreich, um Dinge konkret zu besprechen.

Das Bootstrapping-Mindset

Das wohl wichtigste Merkmal beim Bootstrapping ist das Mindset der Gründer. Dazu gehört ein gutes Gespür für Aufwand und Nutzen von Aufgaben und Anschaffungen. Zu Beginn, wenn der Grad der Unsicherheit besonders hoch ist, ist es meist nicht notwendig ein eigenes Büro zu mieten (Geschäftsadresse kann man mieten und es gibt Co-Working) oder bereits eine Kapitalgesellschaft zu gründen. Im besten Fall sollten alle anfallenden Ausgaben zum Aufbau des Unternehmens aus dem Cash Flow finanziert werden. Mit viel Ehrgeiz und ein wenig Improvisationstalent gibt es genügend Tools mit denen es möglich ist die Tragfähigkeit eines Geschäftsmodells zu überprüfen bevor große Investitionen getätigt werden.

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