Welche Prozesse durchläuft ein Startup bei der Entwicklung einer Applikation für Smartphones? Johannes Freund und Silvia Hundegger aus dem Projektmanagement vom Wiesbadener Startup paij beantworten hier einige Fragen.

Zu einem erfolgreichen Startup gehört wesentlich mehr, als nur eine gute Idee – man benötigt ein gutes Team. Aber auch ein gutes Team steht häufig vor ungewohnten Aufgaben, denn mit der Arbeitsweise eines klassischen Unternehmens hat ein Startup nur wenig gemeinsam. Besonders im Projekt- und Produktmanagement müssen die Abläufe streng und dennoch flexibel geplant sein. Nicht zuletzt sind natürlich auch die „Tools“ entscheidend. Johannes und Silvia aus dem Projekt- und Produktmanagement von paij erklären uns, wie sie arbeiten und wieso sie ihr Job im Startup so fasziniert.

Wo kommt ihr Beiden denn her, also was habt ihr vor paij gemacht?

Silvia: Ich komme aus Darmstadt habe and der h_da mein Diplom (MSD) und Master (MD) im Bereich Medien gemacht, von dort kenne ich auch Johannes. Nach meinem Studium habe ich als PM in einem Design Studio und im Anschluss knapp 3 Jahre bei einem anderen bekannten Startup gearbeitet.

Johannes: Ich komme auch aus Darmstadt und habe – wie Silvia schon erwähnt hat – auch an der h_da studiert: Genau wie Silvia habe ich dort mein Studium mit einem Master in Media Direction abgeschlossen, nur ein paar Semester später. Nach dem Master bin ich direkt bei redpeppix. eingestiegen, damals noch als Interaction Designer bei pixoona.

Was sind eure Jobbezeichnungen und die damit verbundenen Aufgaben?

Silvia: Meine Jobbezeichnung ist Project Manager. Johannes ist der Product Manager. Das bedeutet, dass wir das IT-Team und das Produkt managen. Die besten Ideen und Produkte entstehen oft erst in der Zusammenarbeit von Menschen mit sehr unterschiedlichen Talenten. Unterschiedliche Menschen und Arbeitsweisen können aber auch für Schwierigkeiten sorgen und von selbst organisiert sich ein Team dieser Größe auch nicht. Das Teamwork zu unterstützen und Ressourcen zu koordinieren, das ist unser Job.

Neben den normalen Projektmanagement Aufgaben, wie die Planung und Überwachung von Projekten, fungiere ich auch als Übersetzer zwischen dem Business Development und der IT. Nehme Tasks entgegen und versuche Kompromisse zu schließen

Wir arbeiten mit Scrum und da man in einem Startup meist mehr macht, als der eigentliche Jobtitel aussagt, sind wir auch so etwas wie Scrum Master und Product Owner. Ich versuche Prozesse und Möglichkeiten zu implementieren, das Arbeiten in und zwischen den Teams zu optimieren und zu fördern. Gerne biete ich auch mal meine Schulter zum Ausheulen an, wenn etwas schief gelaufen ist oder der böse Produkt Owner zu streng war. Regelmäßige Reviews und Retrospektiven gehören natürlich dazu. Meine Aufgabe ist es dann, die Probleme, die in den Retrospektiven zur Sprache kommen, zu lösen.

Johannes: Ich beschäftige mich die meiste Zeit damit, die Konzeption des Produkts voranzubringen. Bevor wir die Aufgaben an das Team weitergeben können, müssen alle Unklarheiten beseitigt und Anforderungen formuliert werden. Ich plane dann zusammen mit dem Team die Aufgaben für den nächsten Sprint. Ein weiterer großer Bereich ist das Testing: Bevor neue Features und Verbesserungen zu unseren Nutzern gelangen, checke ich, ob alles in Ordnung ist und die vorher festgelegten Anforderungen erreicht wurden.

Worin unterscheidet sich klassisches Projekt- und Produktmanagement vom Projekt- und Produktmanagement in einem Startup? Was sind die besonderen Herausforderungen?

Silvia: In einem Startup ist alles ganz anders als in schon gesetzten Firmen. Man bekommt meist nicht nur ein einziges Ziel vorgegeben, auf das man sich fokussieren kann, sondern arbeitet an vielen „Baustellen“ gleichzeitig. Dementsprechend muss man immer flexibel und innovativ sein – insbesondere bei der Planung. Und genauso verhält sich das natürlich auch mit dem Geld. Es steht kein großes Unternehmen dahinter, von dem man ein fixes Budget bekommt um Projekte zu planen und umzusetzen. In einem Startup ist viel Kommunikation und Zusammenarbeit nötig, damit man Ziele erreicht.

Johannes: Vor allem die Flexibilität ist ein wichtiger Faktor. Das von uns verwendete Scrum Framework ist geradezu lebensnotwendig!

Was ist dabei wichtiger: Herz oder Verstand?

Silvia: Johannes ist der Verstand mit Herz und ich bin das Herz mit Verstand. Es ist beides wichtig und man darf nicht nur mit dem einen denken. Das beginnt schon mit der Unterschrift unter dem Arbeitsvertrag, denn keiner arbeitet in einem Startup, wenn er nicht hinter der Vision und dem Produkt steht. Mitarbeiter eines Startups stecken mit Verstand sehr viel Herzblut in das Produkt.

Welcher Methoden / Systeme bedient ihr euch um das Team zu strukturieren und zu organisieren?

Johannes: Wie oben erwähnt arbeiten wir mit Scrum – für eine agile Softwareentwicklung. Planning, Reviews, Retrospektiven … Ehrlich, wir sind ein Fan davon. Schnelllebig wie es ist in einem Startup, muss man auch kurzfristig auf Anforderungen eingehen können und Scrum hilft hier ungemein. Jeder weiß genau, was er zu tun hat und womit er die nächsten zwei Wochen verbringt. So lange dauert ein Sprint bei uns.

Silvia: Wir setzen zudem Tools ein, die Scrum für uns optimal fördern. Von Jira (Planung und Ticketing) über Confluence (Konzepte und Dokumentation) und Flowdock (Team Kommunikation) sind wir sehr gut ausgerüstet.

Was wünscht sich ein Projekt- bzw. Produktmanager am allermeisten?

Silvia: Dass das Team und die Nutzer zufrieden sind und das Produkt rockt!

Johannes: Ja, vor allem letzteres 😉

Danke für eure Zeit und eure Antworten! Den Original-Text findet ihr hier im paij-Blog.

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