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Wie viel Vater braucht ein Kind? Diese Frage stellen sich viele berufstätige Väter. Wir haben schon im Post „Väter bei pixoona – Smartphone, Laptop und Schnuller“ gezeigt, wie schwierig die Work-Life-Balance bei pixoona sein kann. Nun haben uns CEOs und Unternehmer anderer Startups dazu Fragen beantwortet.

Im Gespräch mit Jan Becker-Fochler von Textbroker, Marc Thomalla und Sebastian Franz von keeeb sowie Dominik Hofmann vom heimathafen Wiesbaden über die Zerreißproben eines jungen Vaters und die dazugehörigen Freuden.

Alltag – Vatersein

Väter des stressigen Startup-Geschäfts sind nicht erst seit der Einführung des Elterngeldes 2007 verstärkt mit in die Betreuung und Erziehung ihrer Kleinen einbezogen. Ein junger Vater möchte heutzutage möglichst sowohl in Familie als auch im Beruf erfolgreich sein. Jan Becker-Fochler, CEO und Geschäftsführer von Textbroker, beschreibt die erfolgreiche Verknüpfung von Familie und Job als eine positive Gratwanderung. „Als Gründer eines Unternehmens trägt man viel Verantwortung und hat dabei immer mehr Arbeit als Zeit. Meine Frau und ich haben fragten uns: Geht das jetzt überhaupt? Sollen wir nicht vielleicht noch warten, bis alles etwas ruhiger geworden ist, ich geregelte Arbeitszeiten habe und weniger Druck?

Ich habe mich ganz klar dafür entschieden, dass meine Familie und das gemeinsame Glück an erster Stelle stehen. Ich möchte mir mein Leben nicht durch meine Arbeit – die mir im Übrigen sehr viel Spaß macht und mich erfüllt – diktieren lassen.“.

Flexible oder auch familienfreundliche Arbeitszeiten sind als Chef eines Startups fast nicht möglich. Die Prioritäten müssen richtig gesetzt werden, so dass die Balance zwischen Work und Life stimmt. Jan versucht bewusst, so viel Zeit wie nur möglich mit seiner kleinen Familie zu verbringen und jeden möglichen Abend rechtzeitig zu Hause zu sein, um seine Kleine ins Bett zu bringen. „Es gibt ja auch noch genug Zeit nach 23 Uhr, wenn alle anderen schlafen und ich am Laptop weiterarbeiten kann.“

Flexibel aber auch eingespannt

Ähnlich verhält es sich auch bei den Vätern Sebastian Franz und Marc Thomalla von keeeb. Sebastian, der für Marketing & Social Media bei den Jungs aus Hamburg zuständig ist, hat ein flexibles Arbeitsmodell für sich gefunden: „Ich habe das Glück, dass ich derzeit hauptsächlich von zu Hause aus arbeite und so viel Zeit sparen kann. Wir können zusammen Mittagspause machen und ich habe keine langen Fahrtwege, die viel Zeit fressen. Aber auch das muss natürlich mit Vorsicht behandelt werden. Meine Frau und ich haben von Anfang an den Kindern deutlich gemacht, dass ich trotzdem „zur Arbeit gehe“. Ich verabschiede mich morgens so, als würde ich in ein externes Büro gehen und die Kinder wissen, dass sie nicht einfach zwischendurch ins Arbeitszimmer stürmen dürfen.“.

Marc als der Chief Marketing Officer nimmt sich seine Pausen für die Familie. „Ich habe ja keine Kinder, um sie ausschließlich nur am Wochenende zu sehen. Ich arbeite deshalb aber auch mal abends von der Couch aus, wenn es möglich ist.“. Marc ist der Überzeugung, dass „Väter die besseren Businessmänner sind, weil sie mit mehr Gefühl an Sachen heran gehen als kinderlose Männer, die eher die Ego-Schiene fahren“.

Kind und Karriere – das geht!

Dass da sicherlich  etwas dran ist, wenn Männer ihre väterlichen Fähigkeiten mit ins Unternehmen einbringen können, sieht auch Dominik Hofmann, Mitbegründer und Netzwerker des heimathafens Wiesbaden. Er hat sich – wie auch pixoona – um sein Startup-Baby zu kümmern. Neu hinzu kommt ein „richtiges Baby“. Die Reorganisation seiner Prioritäten, die Fokussierung seiner Aufmerksamkeit und der kraftzerrende Gründeralltag sind nur einige Dinge, mit denen er sich nachdrücklich beschäftigt, um die Work-Life-Balance wiederherzustellen.

„Im Business wie auch in der Familie ziehe ich ein Baby groß, das mich braucht – meinen Einsatz, meine Kraft, meine Anwesenheit. Der Unterschied: Mein leibliches Kind ist das wichtigere. Und ich freue mich darauf, dass mich mein Kind entsprechend erdet, die Prioritäten neu sortiert, die Aufmerksamkeit auf das wirklich Wichtige lenkt – das, was Bestand hat. Im Gründeralltag stresse ich mich allzu oft mit Dingen, die auf den zweiten Blick (vor allem langfristig) gar nicht wichtig sind. Wenn ich meiner Verantwortung als Vater hier gerecht werde, wird mich das langfristig auch als Geschäftsmann voranbringen!“.

„Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau“

Den nötigen Rückhalt bekommt er besonders von seiner Frau. Er beschließt Entscheidungen bezüglich der Karriere gemeinsam mit ihr. „Ohne Sabrina wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin“, bestätigt er uns. „Sie hält mir den Rücken frei, sie unterstützt mich, hinterfragt, motiviert und inspiriert mich“. Nur logisch, dass Dominik auch in Zukunft nicht nur in sein Unternehmen investieren möchte, sondern ebenso in Ehe und Familie.

Auch Jan von Textbroker fasst zusammen: „Über die Jahre hat sich bei mir der Stresslevel deutlich erhöht und zumindest einmal habe ich für mein Unternehmen aber meine persönlichen Grenzen überschritten und Hilfe benötigt. Ohne meine Frau Anne und meine Familie wäre ich an der Situation zerbrochen. Es ist ein befreiendes Gefühl zu wissen, dass die Menschen um mich bereit sind, mich auszuhalten, wenn ich belastet bin und mich aufzufangen, wenn ich Halt benötige. Wenn es hart auf hart kommt, kann ich mir nicht vorstellen, was ich ohne meine Frau und meine Familie machen würde.“ Startup und Familie? „Eine ausgezeichnete Kombination, die mich erdet, beruhigt und für die ich mich jederzeit wieder entscheiden würde.“.

Mission possible: Vater und berufstätig

Damit wäre die Aussage der WELT dementiert, dass „Alle […] immer nur über die Frauen“ reden, auch die Situation der Väter muss beim Thema Work-Life-Balance beachtet werden.

Zusammengefasst bleiben die Erkenntnisse auch hier die gleichen – oder werden wie auch schon von den pixoona Vätern nochmal bekräftigt:

1. Du brauchst ein Unternehmen, das dir Freiraum zum Entfalten als Businessmann lässt.

2. Ohne eine taffe Partnerin und den Rückhalt der Familie lässt sich die Work-Life-Balance nicht herstellen.

und

3. alle Startup-Väter – ob bei pixoona oder in anderen Startups – sind einfach die neuen Helden! Nicht nur für Kollegen und Angestellte, sondern vor allem für ihre Familien.

Diesen Artikel findest du auch auf dem pixoona-Blog. Folge pixoona auf Twitter, Facebook und Google+.

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