Deutschland hat eine Gründerquote von acht Prozent. Dies bedeutet, nur acht von hundert Bundesbürgern wagen den Sprung in die Selbstständigkeit oder werden sogar Unternehmer. Die Bundesrepublik liegt damit deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von elf Prozent. Dies hängt zum einen mit den hohen Hürden, die in der Bundesrepublik für die Selbstständigkeit gelegt werden, zusammen. Zum anderen schreckt auch die hohe Zahl der gescheiterten Versuche ab. Laut Bundeswirtschaftsministerium wurden im Jahr 2011 rund 400.000 Unternehmen gegründet. Liquidiert wurden zeitgleich rund 383.000 Betriebe. Wer eine erfolgreiche Firma gründen möchte, sollte deshalb genau planen.

Der erfolgreiche Weg in die Selbstständigkeit: Die drei Phasen 

Analysiert man die Gründe, weshalb eine Unternehmensgründung nicht erfolgreich war, so zeigt sich fast immer, dass es eklatante Mängel in der Planung gab. Experten empfehlen deshalb das Modell der drei Phasen vor der Existenzgründung: Diese lauten „Erste Schritte“, dann „Analyse“ und abschließend „Realisierung“. Von Beginn an sollte man dabei nicht auf handschriftliche Notizen, sondern auf Computerprogramme vertrauen. Entsprechende Komplettlösungen – also Software für Unternehmen spielen schon in der Vorbereitung eine wichtige Rolle, weil sie notwendige Anforderungen aufzeigt und somit garantieren, dass kein wichtiger Aspekt einer Unternehmensgründung ausgeblendet wird. Später enthalten solche Programme auch wichtige Tools für die Verwaltung: Dazu gehören beispielsweise die Buchführung, eine Kundendatei (CRM) oder das Wareneingangsmanagement (passende Software finden).

Die ersten Schritte

In der ersten Phase legt der Gründer gegenüber sich selbst Rechenschaft ab. Welche Ziele hat er mit seinem Unternehmen? Welche Erwartungen knüpft er an den Betrieb? Sind diese realistisch? Von welchen Schwierigkeiten weiß er schon von Beginn an, dass diese auftreten werden? Wie lautet die konkrete Geschäftsidee? Wie ist die Ausgangssituation für diese am Markt? Gibt es potenzielle Partner, die mit ins Boot geholt werden sollten, um die Finanzierung und die Expertise der neuen Firma zu stärken? Der wichtigste Arbeitsschritt in dieser Phase ist die Informationsbeschaffung. Dafür empfiehlt sich nicht nur die Lektüre von Fachliteratur, auf die sich Akademiker gerne beschränken, sondern auch der Besuch von Fachmessen. Hier werden erste Netzwerke geknüpft.

Analyse 

In der zweiten Phase geht es an die konkreten Vorbereitungen. Die Gründung wird wie ein Projekt geplant. Sie ist sozusagen der erste Arbeitsvorgang der neuen Firma. Dabei werden unterschiedliche Studien zurate gezogen, wie zum Beispiel Markt- und Standortanalysen. Zu erstellen sind ein Marketingkonzept, eine Risikoanalyse sowie ein Businessplan. Hierbei sollte die Software gute Dienste leisten. Mit diesen Dokumenten werden mögliche Investoren umworben. Diese werden zudem einen genauen Termin- und Ablaufplan der Gründung verlangen: Dieser sollte deshalb ebenfalls bereit sein. Ehrlichkeit in allen Dokumenten ist das oberste Gebot: Wer offen mit Schwächen und Risiken umgeht, hat bei Investoren immer bessere Chancen als derjenige, der etwas verbergen möchte. Wer überlegt, sein Geld für ein Projekt auszugeben, kennt sich mit dem Thema ohnehin aus und weiß um alle Gefahren.

Realisierung

In der finalen Phase wird das Unternehmen gegründet. Dieser Zeitpunkt ist gekommen, sobald die Finanzierung gesichert ist. Die wichtigste Aufgabe hierbei neben dem formellen Verwaltungsakt ist der Aufbau der Firma. Personal muss eingestellt und organisiert werden. Die Steuerung des neuen Unternehmens beginnt. Das Marketing für die hergestellten Produkte oder Dienstleistungen läuft an. Schließlich wird der Betrieb fortentwickelt. Oft wird das Marketing vernachlässigt, weil man „erst einmal etwas herstellen“ möchte. Dies ist falsch: Was jedes Unternehmen in den ersten beiden Jahren dringend braucht, ist Aufmerksamkeit.
Und diese wird vor allem über Marketing erreicht.

Fazit

Eine Unternehmensgründung will sorgfältig und genau geplant sein. Dabei ist Ehrlichkeit auch gegen sich selbst bei allen Planungsschritten von Bedeutung. Es bringt nichts, wenn man sich alles „schön redet“. Man sollte sich stattdessen vorab gut informieren und gegebenenfalls einen Experten zu Rate ziehen, vor allem wenn man selbst nicht über betriebswirtschaftliches Fachwissen verfügt. Ein realistisches Bild der Marktlage und der Chancen der eigenen Firma ist besonders wichtig. Wer auf Basis der gesammelten Informationen die Risiken abwägt und ein erfolgsversprechendes Geschäftsmodell erstellt, hat gute Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft mit der eigenen Firma.

Die Autorin

Lea Berger hat Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Personalmanagement studiert und arbeitet unter anderem freiberuflich als Unternehmensberaterin in der Medienbranche.

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