Invention Entrepreneur[4]Dies ist ein Beitrag von Martin Zwilling, der ursprünglich auf seinem Blog Startup Professional Musings erschienen ist. Mit dem Einverständnis von Martin veröffentlichen wir ihn hier für Euch in einer deutschsprachigen Version. Der Originalbeitrag ist am 12. Juli 2010 erschienen.

Vor ein paar Monaten hatte ich das Privileg Dr. Roy McAlister persönlich kennenzulernen, seit mittlerweile 30 Jahren ein erfolgreicher Erfinder, und eine anerkannte Autorität auf dem Gebiet des Einsatzes von Wasserstoff als „Kraftstoff“ des 21. Jahrhunderts. Während er immer noch optimistisch bleibt, konnte ich die Frustration, die aus jahrelangem Kampf gegen Barrieren gegen Innovationen hervorgeht, spüren.

In seiner Welt, und vielen anderen, die Entrepreneure bewohnen, ist das Problem nicht ein Mangel an Ideen oder Technologie. Es ist nicht einmal ein Mangel an Geld oder den Möglichkeit, sondern eine ganze Reihe von künstlichen Beschränkungen, die scheinbar immer häufiger und nicht weniger werden. Hier sind einige der wichtigsten, die ich sehe:

  1. Die Menschen sind zu bequem. Einer meiner Lieblingssprüche ist, dass „reale Veränderung nicht geschieht, bis der Schmerz groß genug ist.“ In Roy’s Welt, verkünden die meisten Menschen, dass wir etwas gegen die globale Erwärmung und unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen tun müssen, aber die tatsächlichen Auswirkungen auf sie sind bisher für sie nur ein kleines Ärgernis. Menschen neigen dazu, sich über kleinere Ärgernisse zu beschweren, geben ihr Geld aber für Unterhaltung aus.
  2. Die Trägheit von Infrastrukturen. Es ist einfach einen Vorteil in Elektro-, Erdgas oder Wasserstoff-Motoren zu sehen, aber diese brauchen alle riesige neue Investitionen in Tankstellen, Wartung, Schulung und Fertigung. Der Austausch der bestehenden Infrastruktur ist schmerzhaft für deren Auftraggeber (Ölgesellschaften und Autofirmen), weshalb das Generationen dauern wird.
  3. Staatliche Vorschriften. Besonders nach dem Banken-Debakel vor ein paar Jahren, scheint jeder mehr staatliche Regelungen zu wollen. Aber selbst die besten davon brauchen Jahre, bis sie unseren demokratischen Prozess durchlaufen haben, und es dauert sogar mehrere Jahre sie zu ändern, wenn Innovation Änderungen sinnvoll machen würden. Das Ergebnis sind minimale Innovationen.
  4. Risikovermeidung. Du wirst nirgendwo hinkommen, wenn Du keine Chance wahrnimmst. Ist das nur bei mir so, oder haben mehr und mehr Menschen Angst davor den „status quo“ herauszufordern? Risikoaversion hat in vielen Fällen nun sein Extrem erreicht, als „Rechtsanspruch“. Kein Risiko, garantierte Belohnung.
  5. Wissenssilos. Teile der Forschung sind so eng und so tief geworden, dass die Experten den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Dies ist verwurzelt in unserem Bildungssystem, aber erstreckt sich auch darüber hinaus. In anderen Worten sollten die Universitäten die Studenten darauf vorbereiten zu denken und Probleme innovativ zu lösen („out-of-the-box“), anstatt sie mit einem Mikroskop zu betrachten.
  6. Geringes Durchhaltevermögen. Thomas Edison hat mehr als zehntausend Fehlschläge durchstanden, bevor er die richtige Konstruktion für die Glühbirne gefunden hatte. Herausgefordert durch seine Zeitgenossen, antwortete Edison nüchtern: „Ich habe nicht versagt. Ich habe 10.000 Wege gefunden, wie es nicht funktioniert“. Einige Gen-Y’ers wurden von vernarrten Eltern erzogen, die ihre Kinder auch nur von einem einzigen Fehler schützen wollten. Das führt nicht zu Innovationen.

Die Welt braucht mehr Innovation, und ich schaue auf die Unternehmer da draußen für die Energie, Vision, Leadership und Geschäftstüchtigkeit, um das geschehen zu lasen. Es sollten markante Partnerschaften mit Erfindern wie Dr. Roy McAlister sein, die Grenzbereich der Technologie entdecken, die sich vermarkten lassen (siehe Roy’s Buch für Beispiele, “The Solar Hydrogen Civilization: The Future of Energy Is the Future of Our Global Economy”).

Das Beste daran, ein Unternehmer zu sein, ist die Freiheit, innovativ zu sein und zu tun, was man will. Du kannst Dich mit Kunden, Freunden, Kollegen und Konkurrenten nach Deinen eigenen Vorstellungen verbinden, um herauszufinden, ob Du die Dinge richtig machst oder lieber Änderungen vornehmen solltest.

Lasst Euch nicht durch die oben beschriebenen künstlichen Beschränkungen verlangsamen. Die Kosten für die Verzögerung übersteigen in der Regel die Kosten von Fehlern. Wir brauchen Dich!

Marty Zwilling

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