Mit Torsten Schreiber haben wir heute einen echten Power-Netzwerker aus dem Rhein-Main-Gebiet für Euch im Interview. Torsten bringt derzeit die verschiedenen Akteure der lokalen Szene zusammen, um ihr mehr Gewicht in der deutschen Startup-Landschaft zu verleihen, und ist auf zahlreichen Events der Region anzutreffen. Wir haben uns mit ihm getroffen, um mehr zu seiner Person und seinen Aktivitäten zu erfahren.

RMS: Bitte stelle Dich uns kurz vor. Wer bist Du und was machst Du?

Torsten Schreiber: Mein Name ist Torsten Schreiber. Ich bin Mitgründer von bestBC, einer Crowdinvesting-Plattform aus dem Rhein-Main-Gebiet. Ich engagiere mich außerdem im deutschen Crowdsourcing-Verband.

RMS: Du kommst ursprünglich aus der Textilindustrie. Wie würdest Du Deine ersten Berührungspunkte mit dem Netz und Deinen Einstieg in den E-Commerce zur Jahrtausendwende rückblickend beschreiben?

Torsten Schreiber: Ich haben den „EBAY-Boom“ als einer der größten Powerseller mitgemacht und leider auch den Absturz in den Krisenjahren 2008. Mit EBAY habe ich zur Jahrtausendwende angefangen und im ersten Monat einen Anzug verkauft. In den Folgejahren waren es bis zu 1000 im Monat. Es war eine aufregende Zeit, aber ich musste auch lernen, dass ein schnelles Wachsen eine Herausforderung darstellt.

RMS: Welche weiteren Projekte hast Du in den folgenden Jahren auf die Beine gestellt?

Torsten Schreiber: Seit 2006 habe ich eine Unternehmensberatung aufgebaut und mich auf das Thema E-Commerce-Projekte und Social Commerce konzentriert. In dieser Zeit habe ich unter anderem das Projekt Netzwerk-Elite gegründet, ein Cluster für hochvernetzte Influencer. Dieses Projekt brachte mir den XING-Award „Bester Netzwerker“ ein.

RMS: Seit ein paar Jahren bist Du auch in der Piratenpartei aktiv. Welche Rolle hast Du beim Aufbau der Partei übernommen?

Torsten Schreiber: Die Piraten haben mich 2009 an Bord geholt. Meine Aufgabe war es seither alle Social Media-Kanäle zu strukturieren und eine Infrastruktur aufzubauen. Unter anderem habe ich die facebook-Seite der Piraten gegründet, die aktuell über 75.000 Fans hat und heute eine der größten politischen Seiten Europas ist.

RMS: Auch in diesem Jahr zeigst Du Dich voller Tatendrang. Derzeit gründet Ihr in Frankfurt mit bestBC eine neue Crowdinvesting-Plattform. Wie kam es dazu?

Torsten Schreiber: Für ein eigenes Projekt wollte ich letztes Jahr auf einer bestehenden Plattform crowdfunden. In dem Projekt hatten wir bereits über 10.000 Kunden gewonnen und so wollte ich die Plattform nutzen und bot dem Betreiber an meine „Investoren“ gleich mitzubringen. Man begegnete dieser Idee – ohne sie zu kennen – mit Desinteresse. Da habe ich mir gesagt: „Das mache ich besser“.

Die Gründer von bestBC
Die Gründer von bestBC von links nach rechts: W. Thust, Dr. H. Kokabpick, T. Schreiber, S. Rahbari, S. Rödig

RMS: Was unterscheidet Euer Angebot von den bereits am Markt bestehenden Crowdinvesting-Plattformen?

Torsten Schreiber: Zunächst dass wir uns nicht auf ein Genre oder Startups im Internetsektor beschränken wollen, sondern Crowdinvesting für „Projekte“ bieten. Ein wichtiger Aspekt unserer Plattform wird ein Mentoring-Programm sein, dass unsere Projekte bekommen. Aus unserem Netzwerk wird ein Mentor mit viel Erfahrung und Netzwerk das Projekt vom Start über die Crowdinvesting-Phase hinaus auch in die Zukunft begleiten. Neben dem Mentor, den wir zur Verfügung stellen, erhalten Projekte Support aus einem Influencer-Netzwerk, welches wir über 5 Jahre aufgebaut haben.

RMS: Wer von unseren Lesern und Hörern sollte sich auf jeden Fall direkt bei bestBC registrieren und sich auf den Launch freuen?

Torsten Schreiber: Interessant sind wir für Investoren, die sich auch einbringen wollen und auch bereit sind, höhere Beträge zu investieren. Es bilden sich nach unserer Beobachtung erste „Crowd-Serien-Investoren“ heraus, also Leute, die in vielen Startups aktiv sind, weil sie – wie wir – die Unternehmerkultur nachhaltig fördern möchten. Für diese, ich nenne sie einmal „Startup-Liebhaber“, werden wir besondere Events, Mehrwerte und Insights bieten.

RMS: Du hast beim Startup Weekend Rhein-Main teilgenommen und mit „SINNvest“ auch dem Siegerteam angehört. Wie hat Dir das Startup Weekend gefallen und wie wird es mit SINNvest weitergehen?

Torsten Schreiber: Ich bin zum Startup Weekend gegangen, um für unsere Plattform Projekte zu akquirieren und mich hat das Format so emotional eingenommen, dass ich die drei Tage mit im Team von Patrick Mijnals war. Ohne zuviel zu verraten, aber wir möchten unseren „Sieg“ natürlich nicht auf sich beruhen lassen.

RMS: Du bist in der Gründerszene Rhein-Main sehr aktiv. Was wünschst Du Dir für die Gründerszene der Region in den nächsten Jahren?

Torsten Schreiber: Ja, ich möchte die Gelegenheit nutzen und auf unsere neue XING-Gruppe „Gründerszene Rhein-Main“ hinweisen. Hier bringen wir gerade alle „Köpfe“ der Szene an einen Platz. Ich wünsche mir, dass wir aus der Metropolregion Rhein-Main eine echte Startup-Region machen. Wir planen mehrere Eventformate, regelmäßige Treffen, ein Dialog mit den Unis, aber auch den Städten. Wir streben hier ganz klar die Botschaft an, dass Berlin nicht der einzige Ort in Deutschland ist, wo wertvolle Startups und Unternehmen geboren werden.

RMS: Erzähl‘ uns zum Abschluss noch ein bisschen etwas über Deine aktuellen Aktivitäten in der regionalen Gründerszene. Was können wir in den nächsten Wochen und Monaten erwarten, was sollten wir nicht verpassen?

Torsten Schreiber: Ich werde Menschen wie Dich mit anderen Menschen zusammen bringen und in erster Linie das machen, was ich richtig gut kann – netzwerken. Ich habe viele Potentiale und Köpfe entdeckt, die bringen wir jetzt an einen Tisch und überlegen gemeinsam, wie wir die definierten Ziele erreichen. Ihr solltet wenn möglich keines unserer Events verpassen, denn nur durch vernünftige Offline-Veranstaltungen können wir uns vernetzen und gemeinsame Synergien und Potentiale entfalten.

RMS: Vielen Dank, Torsten, für das Interview. Für die nächsten Monate und den Launch von bestBC wünschen wir Dir viel Erfolg! Es würde uns außerdem freuen, Dich als Mit-Autor für den Blog gewinnen zu können.

Torsten Schreiber: Danke auch Dir für das Interview, Paul. Gerne nehme ich dieses Angebot an.

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