Heute haben wir für Euch Marco Laspe im Interview. Marco ist Gründer und Geschäftsführer von Rockiger. Mit seinen Laptops möchte er eine ökonomische Antwort auf die schlechte Treiberunterstützung von Linux durch die Hardwarehersteller geben. Sein Prinzip: Belohne die Hersteller, die Linux und die Community unterstützen; ignoriere die anderen.

RMS: Marco, bitte stelle Dich uns kurz vor. Wer bist Du und was machst Du?
Marco Laspe: Mein Name ist Marco Laspe. Ich bin der Gründer der Rockiger UG. Wir vertreiben Laptops, die speziell auf Ubuntu abgestimmt sind und wollen so eine offene/freie Alternative zu den geschlossenen Systemen von Apple und Microsoft sein. Eine Alternative, die sicherer ist.

RMS: Wie bist Du auf die Idee gekommen, Rockiger zu starten?
Marco Laspe: Ein Mitglied des One-Laptop-Per-Child-Projekts, Ivan Kritic, schrieb auf seinem Blog: „About eight month ago, when I cought myself fighting yet another battle with suspend/resume on my Linux-running laptop, I got so furious that I went to the nearest Apple store and bought a MacBook. After 12 years of almost exclusive use of free software, I switched to Mac OS X.“ Da hab ich mir gedacht: Es kann doch nicht sein; da wird an einem der spannendsten Open-Source-Projekte gearbeitet und die Menschen dahinter müssen auf geschlossene Systeme zurückgreifen.

RMS: Welche Vorzüge bieten Deine Produkte, die so vorher nicht am Markt erhältlich waren?
Marco Laspe: Unsere Laptops sind sicherer und laufen mit freier Software, d.h. du bis jederzeit Herr über deine eigenen Daten und wirst nicht ausspioniert. Auf anderen Plattformen geht der Trend leider immer mehr zum „gläsernen“ Anwender; sei es durch DRM, Nutzerstatistiken oder direkte Eingriffe ins System. Bei uns bekommst du alle Vorteile, die dir freie Software bietet: besseres User-Interface, eine vollständige Software-Ausstattung, keine Viren, eine geschützte Privatsphäre; ohne, dass du ein Nerd sein musst.

RMS: Wie schaut die Finanzierung von Rockiger aus? Gibt es externe Investoren oder planst Du, welche ins Boot zu holen?
Marco Laspe: Nein keine externe Finanzierung; die Finanzierung läuft zurzeit über ein intelligentes Cash-Flow-Management. Eine externe Finanzierung ist erst später für eine zweite Wachstumsphase geplant.

RMS: Was für Ziele verfolgst Du mit Deinem Unternehmen für die nächsten Jahre?
Marco Laspe: Unser Ziel ist es in das Bewusstsein der Menschen zu kommen, dass es auch eine Alternative zu geschlossenen Systemen gibt. Zusätzlich sind wir gerade dabei, unsere technische Basis umzustellen, die Laptop-Industrie hat sehr kurze Produktzyklen.

RMS: Du sitzt in Wiesbaden. Wie siehst Du den Gründungsstandort Rhein-Main? Ist die Region eine gute Gegend für Startups?
Marco Laspe: Hmm, schwer zu sagen, andere Regionen kenne ich ja nur vom Hörensagen. Was mir negativ auffällt, ist die schlechte Vernetzung im Rhein-Main-Gebiet – da sind die Abstände zwischen Wiesbaden/Mainz, Darmstadt und Frankfurt ein Problem – allerdings betrifft das ja nicht nur Startups.

RMS: Gibt es irgendeinen Tipp, den Du anderen Gründern mit auf den Weg geben möchtest?
Marco Laspe: Vergesst den klassischen Business Plan. Jeder Handwerker soll heute einen Business Plan vorlegen, aber keiner muss über sein Geschäftsmodell nachdenken. Arbeitet mehr am Geschäftsmodell: Ich glaube wir reden zu viel über die Ideen und Business Pläne, aber denken zu wenig über das Geschäftsmodell nach.

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